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  Leuners "fortlaufende Anmerkungen" Nr.4, 2006
von Thomas Leuner

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Diese Ausgabe der „fortlaufenden Anmerkungen“ beschäftigt sich mit dem „Zeitenwechsel in der Fotografie“, der durch die fotografische Revolution der digitalen Aufzeichnung des Lichts entstanden ist. Dabei steht nicht das „revolutionäre technische Ereignis“ im Vordergrund, sondern die Kulturschaffenden. Diese werden bei ihrem „Verlust der Orientierung“ beobachtet, unter anderem: Thomas Weski, (Kurator, Haus der Kunst München), Christoph Schaden (DGPh, Kritiker der jüngeren Generation), Martin Parr (Fotograf, Herausgeber von Anthologien, Manager), Rudolf Kicken (Galerist).

Themen:
1. Der Sammler als Künstler – Verrat des Kurators?
2. Der Fall Martin Parr oder: Wie autonom ist die Fotokunst? Mit Foto- Blog „Facies Dolorosa“.
3. Weint Berlin?


1. Der Sammler als Künstler – Verrat des Kurators?

Dem Künstler als Leitfigur folgten der Kurator und nun der Sammler

Thomas Weski, Kurator des Hauses der Kunst, München: „Danach war ich in Basel bei Ruth und Peter Herzog (er ist der Bruder von Jacques Herzog von Herzog/de Meuron), die in 30 Jahren eine fotografische Wunderkammer gesammelt haben. Nicht immer die großen Namen, auch viel private Fotografie, die mich immer schon interessiert hat und viele Absonderlichkeiten der Fotografie des 19. Jahrhunderts: eine Eissprengung mit Hilfe von Dynamit, eine Typologie von Ohren (eines Arztes), eine wunderschöne, aber vollkommen unerklärliche Sachaufnahme eines Reissacks. Diese Ausstellung werden wir im April nächsten Jahres zeigen.“

Anmerkung: Das löst Unbehagen aus. Handelt es sich um eine Sammlung historischer Gebrauchsfotografie, um Kuriosa, um ein Privatarchiv oder um eine Sammlung mit künstlerischem Konzept? Sind die Herzogs „naive Sammler“? Haben Künstler nicht auch ihre Archive? Ein Archiv ist aber keine Sammlung.

01.05.2006

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