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  Nachdenken über Fotografie - Nr.1: Gespräch mit Ulrich Görlich über den Beitrag "Werkstatt Wirklichkeit" von Esther Ruelfs (2003)und die zeitgenössische deutsche Fotografie
von Thomas Leuner

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Schlagworte: Esther Ruelfs, die zeitgenössische deutsche Fotografie, pictures on demand, bild und kontext

Link zum Artikel „Werkstatt Wirklichkeit“ von Esther Ruelfs www.fotokritik.de/_artikel_120_1.html




fotokritik

Gerade hat Hubertus von Ammelunxen in „Lettre International“ einen Beitrag mit dem einprägsamen Titel „Pictures on Demand: Von der Vielfalt des Historischen und der Einfalt des Künstlerischen“ veröffentlicht (Lettre International Nr. 89, Sommer 2010, S. 112). Darin artikuliert er das Unbehagen an einer Fotografie, die auf Überwältigung ohne eigene Inhalte setzt. Er formuliert sozusagen eine Kritik an der post/postmodernen Fotografie eines Gursky, Demand oder Jeff Wall. Ist Esther Ruelfs „Werkstatt Wirklichkeit“ dazu ein Gegenmodell?


Ulrich Görlich

Die beiden Texte in einen Zusammenhang zu bringen, erscheint mir etwas gewagt: Esther Ruelfs beschreibt einige Stationen der Fotografie in der BRD anhand der Stipendienvergabe. Das kann man/frau machen, aber ob es ein umfassendes Bild der Situation in der BRD wiedergibt, bleibt eine berechtigte Frage. Beispielsweise wird Förg nur erwähnt und die theoretische Tiefe ist eher knapp, im Gegensatz zu dem Text von von Amelunxen.
Prinzipiell muss ich ihm zustimmen, finde bei Esther Ruelfs aber auch keine Verteidigung der erwähnten Fotografen Gursky und Demand. Deren beider Frühwerke schätze ich noch immer und die Kritik von von Amelunxen bezieht sich berechtigterweise auf die neueren Bilder. Warum Demand später statt eigener öffentliche Bilder als Vorlagen genommen hat, ist erklärbar (Kontextualisierung! für die sogenannte Kunstkritik und den Kunstmarkt: jeder versteht nun, worum es geht.), aber es hat den Bildern die Magie genommen und den Betrachtern die Möglichkeit, die eigenen Erfahrungen mit den Bildern zu verbinden.
Von Amelunxen kritisiert den direkten und damit platten Bezug bei Demand zu den Vorlagen und der abgebildeten Realität bei Gursky, deren Fotografien leider immer mehr zu einer Großausführung von Geo-Fotografien geworden sind.

29.12.2010

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