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  Dirk Alvermann, Keine Experimente - Fotobücher „neu gelesen“, Folge 2
von Thomas Wiegand

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Dirk Alvermann - Eine erste Annäherung

Dirk Alvermann fehlt in allen Lexika und Standardwerken zur Geschichte der Fotografie in Deutschland. Er lebt seit 1982 zurückgezogen in einem kleinen Dorf im Nordwesten Mecklenburgs und feierte dort am 24. Oktober 2007 seinen 70.Geburtstag.
Dirk Alvermann, dessen älterer Bruder Hans-Peter (1931-2006) sich einen Namen als Künstler gemacht hatte, wuchs in Düsseldorf auf. Aus Interesse und Sympathie fuhr er als junger Mann nach Algerien, um sich im Freiheitskrieg als Fotograf und Filmemacher auf Seiten der Algerier zu engagieren. Der entstandene Film „Algerische Partisanen“ (1962) sollte im WDR gezeigt werden, die Ausstrahlung freilich wurde wenige Tage vor dem Termin abgesagt. Ein Bildbericht war als Taschenbuch in deutscher, italienischer und französischer Ausgabe geplant, erschien aber schließlich 1960 nur in deutscher Fassung, zwar im Taschenformat, aber in Kupfertiefdruck und mit festem Einband und dies auch nicht im Rowohlt-Verlag (wie vorgesehen), sondern bei Rütten & Loening in Berlin(-Ost). Das Buch war wohl politischer, als es der ursprüngliche Verlag für vertretbar gehalten haben mag. Trotz der riesigen Auflage von 30000 Stück ist das 1960 unter den schönsten Büchern der DDR ausgezeichnete Werk heutzutage nur noch extrem selten zu finden.

Auch das zweite Buch des für Illustrierte bzw. Wochenzeitungen wie Quick, Magnum, NBI, Freie Welt, Das Magazin, Deutsche Woche, Die Tat, Deutsche Volkszeitung oder die Andere Zeitung tätigen Alvermann erschien nicht bei einem westdeutschen Verlag, sondern bei Eulenspiegel wiederum in Ostberlin. „Keine Experimente“ hieß es und soll weiter unten näher vorgestellt werden. Alvermann lebte unterdessen in Berlin. Der Liebe wegen war der Fotograf Anfang 1966 in den Ostteil gezogen, wo er blieb. Dem Übersiedler wurde mit Misstrauen begegnet; er hatte es zunächst nicht einfach, seinen Lebensunterhalt mit der Fotografie weiter zu verdienen. Nachdem er lange recherchiert hatte, was heißt, dass er monatelang im Rostocker Hafen
21.01.2008

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