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  Keine Druckerei mit anhängendem Verlag - ein Gespräch mit Nadine Olonetzky - Seite 2


1997 stiess der Publizist und Verleger Heiner Spiess zum Verlag; es kam zur Neugründung unter dem Namen Scheidegger & Spiess. Publiziert wurden weiterhin Bücher zur bildenden Kunst und Fotografie, aber auch zur Architektur. Schwerpunkte bilden seither die klassische Moderne (Malerei, Plastik), die (Dokumentar-) Fotografie und Werkmonografien von Schweizer Architekten. Nach dem plötzlichen Tod von Heiner Spiess im Frühjahr 2006 übernahm der Journalist und Redaktor Thomas Kramer die Verlagsleitung. Seither bringt der Verlag nicht nur bedeutend mehr Bücher heraus, das Programm ist auch aktueller und künstlerisch mutiger geworden. Die bereits bestehenden Kooperationen mit verschiedenen Museen – unter anderem mit dem Kunsthaus Zürich oder dem Bündner Kunstmuseum – haben sich in der Zwischenzeit intensiviert und neue wie mit dem Fotomuseum Winterthur oder dem Museum im Bellpark, Kriens, kamen hinzu. Zudem erscheint ein Großteil der Bücher nun auch in Englisch oder in zweisprachigen (deutsch-englischen) Ausgaben. Dies und der ausgebaute Vertrieb in die englischsprachigen Länder haben zu einer deutlichen Erhöhung der internationalen Wahrnehmung des Verlagsprogramms geführt, was wiederum dazu führt, dass der Verlag mehr Anfragen von Museen, Institutionen, Künstlerinnen und Fotografen erhält. Für den Verlag ist es dabei nach wie vor – auch ökonomisch – wichtig, Bücher über etablierte, ja weltbekannte Schweizer Künstlerinnen und Künstler (wie Roman Signer) und Architekten (wie Peter Zumthor) herauszubringen.
Die Fotobücher, um die es hier nun gehen soll, entstehen in enger Zusammenarbeit mit den Fotoschaffenden oder mit Institutionen. Beispiele sind: Sergey Bratkov – Heldenzeiten / Glory Days (2008)in Kooperation mit dem Fotomuseum Winterthur, Eduard Spelterini – Fotografien des Ballonpioniers (2007) sowie Las Vegas Studio – Bilder aus dem Archiv von Robert Venturi und Denise Scott Brown (2009) in Zusammenarbeit mit dem Museum im Bellpark. Im Frühjahr 2009 erschienen Zumthor sehen. Bilder von Hans Danuser und Chiara – Eine Reise ins Licht / A Journey Into Light der Fotografin Elisabeth Zahnd Legnazzi; im Herbst dann bringen wir das Künstlerbuch Underdog Suite des Fotokünstlers Cat Tuong Nguyen ohne gleichzeitige Ausstellung heraus. Diese drei Bücher enstanden alle in enger Zusammenarbeit mit den Fotokünstlern. Seit Januar 2008 bin ich im Verlag hauptsächlich (aber nicht ausschliesslich) für Fotobuchprojekte zuständig. Da ich seit Jahren für Bücher und die NZZ am Sonntag über Fotografie schreibe, war das naheliegend bzw. einer der Gründe für meine Anstellung. Offiziell wird die Stelle mit «Lektorat» bezeichnet. Tatsächlich, und wie in kleinen Verlagen üblich, hat man natürlich weit gefächerte Aufgaben; das Lektorat bildet einen Teil der Arbeit.

16.07.2009

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