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  Keine Druckerei mit anhängendem Verlag - ein Gespräch mit Nadine Olonetzky - Seite 3


fotokritik
Auf dem Fotobuchmarkt tummeln sich ja seit einigen Jahren traditionsreiche Platzhirsche und wenn man der Liste des Deutschen Fotobuchpreises traut, heißt das: Steidl und nochmals Steidl, dann Hatje Cantz, weit abgeschlagen Schirmer und Mosel, Prestel und so weiter. Wo ist da die Lücke für einen Kleinverlag und ein eigenes verlegerisches Konzept? Oder nutzen Sie nur die Marktlücke des in Konkurs gegangenen Scalo-Verlags?

Nadine Olonetzky
Man kann wohl davon ausgehen, dass unser Verlag mehr und interessantere Projekte angeboten bekommt als zur Zeit, als Scalo in voller Blüte stand. Doch es wäre zu kurz gegriffen, wenn wir als Nutznießer des Sterbens eines anderen Verlags gesehen würden – ganz abgesehen davon, dass es in der Schweiz noch andere kleine(re) Verlage gibt, die Foto(kunstücher herausbringen: die Edition Patrick Frey, der Salis Verlag, die Verlage Niggli, kontrast und Benteli, der Christoph Merian Verlag oder die Editione Periferia zum Beispiel. Es hat sich aber herumgesprochen, was ich schon beschrieben habe: Die Qualität unserer Bücher, der internationale Vertrieb, die Aufmerksamkeit in den Medien und das dadurch gewachsene Renommee des Verlags sind Gründe, bei uns ein Projekt platzieren zu wollen. Was uns auszeichnet und was auch zum verlegerischen Konzept gehört, ist die Sorgfalt während der gesamten Produktion. Konzept und Aufbau des Buchs, Bildauswahl, Lektorat, Übersetzungen und Korrektorat in allen Sprachen, Gestaltung und Typografie der Bücher und alle Herstellungsfragen wie Papierwahl, Umschlag, Bindung etc. werden bei uns bei fast allen Projekten mit großer Aufmerksamkeit begleitet, und zwar in der Regel von einer (oder zwei) Person(en) des Verlags. Als Autor, Künstlerin oder Institution hat man also eine für alle Belange zuständige Ansprechsperson; das macht die Arbeit übersichtlich, persönlich. Dass wir trotz diesem Engagement nicht immer gleich glücklich sind über das Resultat, versteht sich. Sachzwänge, Zeitdruck, ökonomische Gründe, etc. erfordern manchmal Kompromisse, die dann vor allem denjenigen auffallen, die darum wissen ... Zudem gibt es Zeiten, in denen wir so überlastet sind, dass nicht alles mit der gewünschten Ruhe über die Bühne geht. Einige Bücher werden auch durch die Auftraggeber, etwa Museen oder Institutionen, betreut und sind dann bei uns im Programm und Vertrieb aufgenommen.

16.07.2009

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