www.fotokritik.de

Texte zur zeitgenössischen Fotografie und digitalen Bildkunst
 
   

 
Beiträge '12
Beiträge '11
Beiträge '10
Beiträge '09
Beiträge '08
Beiträge '07
Beiträge '06
Beiträge '05
Bilder

Neu gelesen
Ikon-Archiv

Englische Texte




Suche
  Keine Druckerei mit anhängendem Verlag - ein Gespräch mit Nadine Olonetzky - Seite 5


Was nun Verlage wie Steidl und Hatje Cantz betrifft, so ist der große Unterschied, dass es sich um Druckereien mit Verlagen handelt (oder um Verlage mit Druckereien); das bietet eine ganz andere Ausgangslage. Doch man darf nicht vergessen, dass es auch bei diesen großen Verlagen üblich ist, dass Kulturstiftungen Geld für Projekte einbringen, Institutionen oder der Künstler selbst das Buch (mit-) bezahlen. Zugespitzt gesagt: Wer 100,000 Euro hat und ein Buch machen will, hat gute Chancen, dort unterzukommen, wo das Projekt zum Verlagsprogramm passt. Das mag man als unschön empfinden, es ist aber eine Realität.
Man kann hier noch ergänzen, dass es 'vertriebsgetriebene' Verlagsprogamme gibt, das heisst, der erwartete Verkaufserfolg und der Grad der Vorfinanzierung sind entscheidend, ob ein Buch gemacht wird, und 'lektoratsgetriebene' Verlagsprogramme, das heisst, es sind vor allem inhaltliche Gründe, warum ein Buch gemacht wird. Bei uns – wie in fast allen Verlagen – ist das Resultat eines Entscheids eine Mischung aus beidem. Bei uns würde ein Buch, das inhaltlich indiskutabel ist und nicht zum Programm passt, nicht erscheinen, nur weil jemand viel Geld mitbringt. Wenn das auch ökonomisch aufgehen könnte, schadet das letztlich dem Namen, dem Profil des Verlags.

fotokritik
In Interviews hat Gerhard Steidl den idealen Entstehungsprozess seiner Fotobücher so beschrieben: Der Fotograf legt ihm seine Bilder vor – nichts sei schlimmer als ein Dummy. Wenn Steidl persönlich von den Fotos begeistert ist, werden die Bilder in den Bauch des Verlages in der „Düsteren Straße“ in Göttingen versenkt und kommen dann als „Steidl-Produkt“ hinten wieder heraus. Das kann natürlich auch der Albtraum eines Künstlers sein, der sich lediglich als „Bilderproduzent“ behandelt fühlt. Wir kennen ja schon bei den normalen Produkten den Kampf mit dem Grafiker, der natürlich auch seine kreativen Freiheiten einfordert. Verstehe ich daher Ihr Konzept richtig, dass Sie diese „Fremdbestimmtheit“ des Buchprojektes vermeiden wollen, in dem ein Ansprechpartner die gesamte Produktion von Anfang an betreut, also vom Konzept über die Realisation bis hin zum Vertrieb und die Öffentlichkeitsarbeit.

16.07.2009

< | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | >
google english translation
Kommentar zu diesem Artikel ins Forum schreiben
Email an den Autor

Druckversion
 
Editorial
Autoren

Forum
Newsletter

Mitarbeit
Kontakt

Impressum