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  Keine Druckerei mit anhängendem Verlag - ein Gespräch mit Nadine Olonetzky - Seite 8


Nadine Olonetzky
Das Buch spricht für sich, kann ich da nur sagen bzw. hoffen. Die Fotobücher, die wir publizieren, gehören entweder zu den Kunst-Büchern, nehmen historische Fotografie auf oder thematisieren (Schweizer) Dokumentarfotografie nach dem Zweiten Weltkrieg.
Beispiele für diese Kategorien sind das im September 2009 erscheinende Künstlerbuch Underdog Suite von Cat Tuong Nguyen, der Bildband des Ballon- und Fotografiepioniers Eduarad Spelterini, von dem wir nächstes Jahr ein weiteres Buch mit kolorierten Aufnahmen herausbringen werden, oder der 2008 publizierte Bildband des Schweizer Fotografen Leonardo Bezzola, Fotografien 1948–2007. Natürlich kann man nicht mehr streng in diesen Kategorien denken: Das Künstlerbuch Manon – Eine Person etwa, das 2008 gemeinsam mit der Performancekünstlerin Manon anlässlich einer großen Retrospektive erarbeitet wurde, enthält sehr viele fotografische Arbeiten. Chiara – Eine Reise ins Licht kann sowohl als bewegendes Dokument wie auch als Künstlerbuch gesehen werden oder als Publikation, die sich in erster Linie mit existenziellen und gesellschaftlichen Fragen im Zusammenhang mit dem Tod auseinandersetzt. Die Künstlerin Elisabeth Zahnd Legnazzi hat die Krankheit, das Sterben und den Tod ihrer Tochter Chiara mit der Fotokamera dokumentiert; das Buch findet man nun in den Buchhandlungen nicht unbedingt bei Fotografie, sondern eher bei Medizin, gesellschafltlichen Themen. Mir scheint jedenfalls die Durchmischung in der Abteilung Fotografie nicht das Hauptproblem zu sein, sondern eher die schiere Menge produzierter Bücher und das Tempo, mit dem Neuerscheinungen wieder aus der Wahrnehmung verschwinden. Fast alle Bücher haben nur ganz kurze Zeit eine gewisse Aufmerksamkeit, dann wird der Scheinwerfer schon wieder auf etwas Anderes gerichtet. Natürlich ist ein großes Kulturangebot grundsätzlich ein gutes Zeichen; es kann sozusagen nie genug Kultur geben.

16.07.2009

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