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Keine Druckerei mit anhängendem Verlag - ein Gespräch mit Nadine Olonetzky - Seite 9 Gleichzeitig hatte ich in den letzten Jahren stark den Eindruck, dass zu viele Bücher mit zu 'dünnen' Inhalten publiziert werden. Fotografen bringen gerade mit Verlagen, die eine eigene Druckerei haben (oder eben mit Druckereien, die einen Verlag haben) relativ schnell eine erste, größere Fotoserie als Buch heraus. Die Druckerei holt sich so Aufträge, der Fotograf hat ein Buch, das die Karriere befördern hilft. Das ist natürlich nicht einfach verwerflich, aber ich wünschte mir doch, dass man sich mehr Zeit für mehr Substanz ließe. fotokritik Das Medium Fotobuch macht ja derzeit eine steile Karriere. Aus der Nische des Liebhaberbuchs reüssiert es zum Ersatz für das Fotoalbum als Massenphänomen. Jetzt kündigt sich auch noch die digitale Form als pdf-Datei zum Blättern auf dem Bildschirm an. Wie sehen Sie hier die Lücke für kleine klassiche Kunstbuchverlage? Nadine Olonetzky Ich denke, der Höhepunkt dieser Karriere ist bereits überschritten. Seit den 80er-Jahren, als der Boom der Fotografie im Kunstmarkt so richtig losging, hat die Produktion von Fotobüchern zugenommen. In den letzten Jahren scheint – von Ausnahmen abgesehen – eine Sättigung des Markts eingetreten zu sein; die Verkaufszahlen zeigen das. Ich kann mir schon vorstellen, dass in den nächsten Jahren innovative Lösungen im Internet oder in Form von E-Books auftauchen bzw. insbesondere in der Kombination von Buch und Internet. Die digitale Form der Präsentation von Fotografie birgt vor allem auch die Möglichkeit, sehr viele Menschen zu erreichen. Derzeit ist die Finanzierung von solchen Projekten im Internet das noch größere Problem als die Finanzierung von Buchproduktionen. Mir persönlich hat beispielsweise die Projektion von Bildern in Ausstellungen immer sehr gefallen. Dass also Bilder am Bildschirm betrachtet werden, könnte funktionieren; bei Texten zweifle ich. Die Bedeutung des Haptischen, Sinnlichen, Greifbaren darf nicht unterschätzt werden. Ein Buch in Händen, kann ich Bilder und Texte konzentriert betrachten und lesen und so auf Entdeckungsreise durch (Ideen-)Welten gehen. Das ist doch unübertroffen schön. fotokritik Vielen Dank für das Gespräch. 16.07.2009 < | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 google english translation Kommentar zu diesem Artikel ins Forum schreiben Email an den Autor Druckversion |
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