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"Fiche im Netz" – Glanz und Elend des Fotonetzes (1983-85) - mit Bild-Blog - Seite 2 Seinerzeit sahen die Herausgeber sich und das Publikum vor die Alternativen „Original oder Massenkopie, Information oder Nicht-Information, Kommunikation oder Schublade“ gestellt (Fotokritik 4, 1983, S.15), weil die in der Bundesrepublik heranwachsende Fotoszene weite Reisen erforderte, weil Zeitschriften und Kataloge die interessierenden Arbeiten oft nur in Ausschnitten präsentierten, weil Farbbilder in Schwarzweiß gedruckt wurden und überhaupt ein flexibler und kostengünstiger Informationsaustausch in Sachen Fotografie nicht möglich erschien. „Zudem interessieren wir uns weniger für die edle Verarbeitung und Präsentation als vielmehr für die Zusammenhänge fotografischer Arbeiten, ihre spezifische Sichtweise, die Intensität einer thematischen Auseinandersetzung, die Komplexität von Bildkombinationen – und all dies lässt sich meist nur in grösseren Serien erkennen“ (Horlitz und Matz in Fotokritik 4, April 1983, S.15). Man versprach bei 20 Fiches im Jahr den Gehalt von etwa 15 Fotobüchern zu etwa einem Achtel derer Kosten. „Der Vorteil des Neuen liegt auf der Hand: überregionale Verbreitung von umfangreichen Projekten zu günstigem Preis“ (Joachim Schmid in Fotokritik 4, April 1983, S.16). Aber, so der erste Kritiker des Projektes weiter, wird man überhaupt in jedem Jahr 20 veröffentlichungswürdige Serien finden? Qualität solle über Quantität stehen, und so unerheblich sei die Frage nach der Methode der Vervielfältigung nun auch wieder nicht. Denn die Durchsicht der Fiches bereitet nach wie vor, trotz zusammengekniffener Augen, Mühe – wenn man sich, ganz im Analogen bewegt und die damals vorgeschlagenen Hilfsmittel 8fach-Lupe und Leuchtkasten verwendet; Mikrofiche-Lesegeräte gibt es heute in den Archiven und Bibliothken nur noch als selten gebrauchte Raritäten. Scannt man die Filme ein und betrachtet man das Ganze am Bildschirm des Computers, ist die Benutzung schon komfortabler, setzt aber neben dem technischen Equipment auch den Zeitaufwand des Scannens voraus. Die auf den Fiches mit verfilmten, mit der Schreibmaschine geschriebenen einleitenden Texte sind und bleiben schlecht lesbar. 26.07.2009 < | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | > Klicken Sie hier für den Bild-Blog zum Artikel google english translation Kommentar zu diesem Artikel ins Forum schreiben Email an den Autor Druckversion |
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