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  Books - die Foam-Liste Nr. 7, Dezember 09 - Seite 2


Während des Fotofestivals in Arles überreichte der neugegründete französische Verlag Poursuite mir diese kleine Publikation. Der Fotograf erzählt in kaum 30 Bildern von einer Reise in die Pyrenäen, in das Geburtsdorf seiner verstorbenen Mutter. Innenansichten aus Bauernhäusern wechseln sich ab mit abendlichen oder nächtlichen Spaziergängen, bei denen das Dorf, die Berge und die Bäume mit großer Nähe zum Fotografierten ins Auge gefasst werden. Die hereinbrechende Dunkelheit auf einem Weg oder eine Nebelwand an einem Berghang, die Fotografien sind nicht symbolisch, und evozieren Gefühle und Erinnerung, Traurigkeit, aber auch Fremdheit vor dem nun Ungewohnten. Eine große Klarheit, mit der der Fotograf sich verabschiedet, überwiegt. Mit einem aufgeklebtem Foto auf dem Cover, einer kurzen Einleitung des Fotografen, einem literarischen Nachwort und einer Zeichnung auf der Innenseite der Backflap ist dies ein überzeugendes kleines Buch im Softcover-Format. In diesem Herbst wird der Verlag weitere Bücher veröffentlichen, darauf darf man gespannt sein.

www.poursuite-editions.org/ www.poursuite-editions.org/index.php?/catalogue/dans-la-neige-gregory-valton/ www.gregoryvalton.com/



Mariken Wessels, "I want to eat", Wessels 2009, 97890816

Es waren in den letzten Jahren hauptsächlich weibliche Fotografen, die in kleinen Publikation die Bandbreite des Fotobuches, vor allem mit Erzählungen aus dem privaten Umfeld erweiterten. Fotografien und Dokumente wurden unterschiedlich genutzt, um dem Zweck der Künstler zu dienen. Ich denke an Wiebke Loeper genauso wie Liza Nguyen, Wytske van Keulen, Bertien van Manen und Rinku Kawauchi. Mariken Wessels hat mit ihrer im Eigenverlag erschienen Publikation ein kleines Juwel geschaffen, von dem Jeff Ladd mir vor ein paar Monaten ganz begeistert berichtete. Eine Sammlung von anonymen Fotos, die hauptsächlich eine Haupdarstellerin umkreisen (aber auch aus verschiedenen Alben stammen mögen) wird mit einer Sammlung von Briefen kontrastiert, und eine eigentümliche, herzerreissende, seltsam melancholische Geschichte gespinnt, die wahr sein kann oder falsch, eingebildet oder nachempfunden. Die Bilder stammen wohl aus den siebziger Jahren, sie werden vergrößert wiedergegeben und bekommen so einen Tichy oder Fieret-Look, und doch wird eben eine Familiengeschichte erzählt, oder Fragmente aus dem Leben einer jungen Frau, und nur durch Empathie und Interesse werden diese Bilder lesbar.

22.12.2009

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