www.fotokritik.de

Texte zur zeitgenössischen Fotografie und digitalen Bildkunst
 
   

 
Beiträge '12
Beiträge '11
Beiträge '10
Beiträge '09
Beiträge '08
Beiträge '07
Beiträge '06
Beiträge '05
Bilder

Neu gelesen
Ikon-Archiv

Englische Texte




Suche
  Städteportraits von Bernard Larsson und William Klein - Fotobücher "neu gelesen", Folge 5 - Seite 2


Jeweils zu Weihnachten 1964, 1965 und 1966 wurde einem Teil der Auflage dieser drei repräsentativen Bildbände um ein freundliches Anschreiben ergänzt und an ausgewählte Empfänger als Geschenk auf den Weg gebracht: „Daß wir Ihnen als einem bewährten Freund der ZEIT gerade dieses Buch aus unserer eigenen Verlagsproduktion als kleines Weihnachtspräsent und mit unseren besten Wünschen für das Jahr 1965 senden möchten, geschieht nicht zuletzt deshalb, weil wir wissen: Die Sorge um Berlin und die Liebe zu Berlin sind uns gemeinsam.“ Diese mit dem eingedruckten(!) Namen des Beschenkten individualisierten und vom Chefredakteur und vom Herausgeber im Faksimile unterzeichneten Zeilen finden sich aufgedruckt auf dem fliegenden Vorsatzblatt des Buches „Die ganze Stadt Berlin“, das „politische Fotos“ von Bernard Larsson und einen Text von Michel Butor enthält. Dem schwedischen Fotografen Bernard Larsson und dem französischen Schriftsteller Michel Butor war es möglich, problemlos in den Ostteil der Stadt zu reisen und dort Eindrücke zu sammeln. Die Bildkapitel heißen: Ausgangspunkte einer Reise, Die Mauer, Erster Mai, Alltag, Kleider, Unterbrechungen des Alltags, Schatten der Vergangenheit, Die Privilegierten, Der große Verkauf. Die Herausgeber wollten das Buch als Beweis ihrer Liebe zu Berlin und als Appell zur fortgesetzten Sorge um Berlin verstanden sehen: „Trotz allem bleibt Berlin eine ganze Stadt.“ [1]

Bernard Larsson (* 1939) war nach seiner Ausbildung an der Staatslehranstalt für Fotografie in München Assistent von William Klein in Paris.[2] Dort war er auch für Vogue tätig und lernte Fotografen wie Irving Penn, Bruce Davidson und Richard Avedon kennen.[3] Das Buch über Berlin entstand in eigenem Auftrag. Er hatte sich nach dem Bau der Mauer sowohl im Westen als auch inoffiziell im Osten der Stadt eingemietet,[4] um in beiden Teilen Berlins in Ruhe an seinem Projekt arbeiten zu können. In zwei Jahren hatte er einen Fundus von etwa 5000 Bildern angehäuft, aus dem er die 151 Fotos für das Buch auswählte. Larssons Berlin-Fotos waren zuvor schon in Ausstellungen zu sehen (in Frankfurt anlässlich eines Besuchs von John F. Kennedy, in Bonn unter dem Titel „Mit der Kamera durch Ost-Berlin“, als Wanderausstellung der Bundesregierung).[5]

22.02.2010

< | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | >
Klicken Sie hier für den Bild-Blog zum Artikel
google english translation
Kommentar zu diesem Artikel ins Forum schreiben
Email an den Autor

Druckversion
 
Editorial
Autoren

Forum
Newsletter

Mitarbeit
Kontakt

Impressum