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Städteportraits von Bernard Larsson und William Klein - Fotobücher "neu gelesen", Folge 5 - Seite 7 Die zuweilen aufblitzende Ironie in Bildsprache und Legenden trifft beide Hälften Berlins gleichermaßen; ob es um das bereits erwähnte Aufhängen eines Ulbricht-Transparents geht oder um ein Bildhauersymposium, das für ein seltsames Bild gut war und für den sachlichen, aber in diesem Zusammenhang nicht minder seltsamen Bildtext, den Larsson aus einem Prospekt für die Veranstaltung übernommen hatte (S.185). Am Schluss steht bei Larsson das Kapitel „Der grosse Verkauf“. Die letzten drei Doppelseiten zeigen freundlich und/oder skeptisch, jedenfalls abwartend den Fotografen fixierende Straßenarbeiter in Ostberlin, eine junge, modisch gekleidete Mutter mit Filius im Kinderwagen, die gerade im Begriff steht, vor einem geparkten, blitzblank gewienerten Mercedes eine Straße zu überqueren, und als letztes ein Labyrinth aus Wänden und Mauern, aus dem deutlich die Parole „Wer die DDR angreift, wird vernichtet“ hervorleuchtet. „Muss das sein?“, fragte sich der Leser. Ginge es uns nicht besser, wenn die Teilung aufgehoben wäre? Inzwischen wissen wir, wie es weiterging. Der unbestechliche Beobachter Larsson wurde jedenfalls in der DDR als unerwünscht eingestuft und erhielt 1966 ein Einreiseverbot.[12] Es ist an der Zeit, das eine erstaunliche Geschichte erzählende Buch mit den „politischen Fotos“ des neutralen Beobachters Bernard Larsson wiederzuentdecken. Wie lautete doch die Empfehlung des französischen Filmregisseurs Alain Resnais, die auf der Rückseite des Umschlags von Larssons Buch zu finden ist: „Es gibt Fotobücher, die man durchblättert, wie zufällig, zerstreut und im Gespräch – ich würde sie charmant nennen. Hier das Gegenteil, die Gruppierung der starken Fotos von Bernard Larsson zueinander ergreift den Betrachter sofort und zwingt ihn, den Band aufmerksam in einem Zug zu betrachten – schweigend.“ Und Hans Magnus Enzensberger schrieb: „Ihre Fotos finde ich sehr gut… Ihre Fotos bedürfen keiner Interpretation und keines Kommentars… Bilder, die >gestützt< werden müssen, sind nicht viel wert.“[13] In diesem Sinne: genug der Worte, sehen Sie selbst. 22.02.2010 < | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | > Klicken Sie hier für den Bild-Blog zum Artikel google english translation Kommentar zu diesem Artikel ins Forum schreiben Email an den Autor Druckversion |
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