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  "Fragmente der Wende - Fragen und Materialien zur deutsch/deutschen Fotografie - Seite 9


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Gundula Schulze Eldowy "Eulenschrei des Verborgenen": worte hängen wie blätter am baum, raunen in schwatzhafter lust, das echo des schweigens ist der eulenschrei des verborgenen. Gesichter und Geschichten sind das große Thema der international renommierten Photographin (Lyrikerin, Erzählerin, Filmerin u. a.) Gundula Schulze Eldowy, das ihr stilistisch wandlungsreiches Werk bestimmt. Die Künstlerin lebt in Berlin, Peru und auf Reisen. Arbeiten von ihr befinden sich u. a…… Die Akademie der Künste präsentiert in "Übergangsgesellschaft" die sozialkritischen Zyklen "Berlin in einer Hundenacht" (1977-1990) und "Im Herbstlaub des Vergessens" 1983/2009 als Fotofilm. Der neue Zyklus aus Peru "Eulenschrei des Verborgenen" greift die überlieferte Mythologie altschamanischer Kultur auf, nach der alle Natur von Geistern beseelt ist. In den frühen Zyklen der 80er Jahre aus der DDR wie u. a. "Tamerlan", "Arbeit" oder "der große und kleine Schritt" entblößte ihre Kamera in einem bedrückenden Maße die brutalen seelischen und körperlichen Verwüstungen menschlicher Existenzen. Ein bleibendes "Zeugnis für die Frauen und Männer, die weitermachen und immer verlieren", schrieb ihr Freund Robert Frank. Die Öffnung der Grenzen und die endlich gewonnene Freiheit änderten auch ihren Stil: Serie "Waldo's Schatten": lichtdurchflutete Körperbilder, in New York entstand die Serie "Spinning on my Heels" (1990-1993). Damit verabschiedete sich Gundula Schulze Eldowy endgültig von der – wie sie es nannte – "mumifizierenden Sicht der sozialdokumentarischen Photographie“ Aus: Ankündigung Galerie pixel grain Berlin

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Trotzdem gelangen ihr selbst für die relativ freie, realitätsnahe DDR-Fotografie provozierende, den Betrachter zwischen Ablehnung und Begeisterung polarisierende Ansichten aus der Arbeits- und Lebenswelt des Landes, in dem Grau die vorherrschende Farbe war und Rot das Fahnentuch der Totgeburt des Neuen Deutschlands. Auf ORWO-Film dokumentierte Gundula Schulze Eldowy die Absurdität einer Fortschrittsidee des 19. Jahrhunderts, die mit jeder Parteitagsphrase immer tiefer in die Barbarei des 20. Jahrhunderts fiel. Die latente Gewalt ihrer extrem körperlichen Bilder, die eine Bedrückung vom Menschen zeigt, die im Hinterhof ihrer unausgesprochenen Leidenschaften und Sehnsüchte wohnen, fing an, die Fotografin selbst zu bedrücken. Am Ende der DDR war auch die wegen ihres furchtlosen Talents von Kollegen angefeindete Außenseiterin mit ihrer Kunst am Ende. Aus: Thomas Knauf „Eine Reise ins Licht – Ansichten über die Fotografin Gundula Schulze Eldowy" www.freitag.de/2007/13/07131601.php

07.07.2010

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