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Nach Parr – Über den Markt mit Fotobüchern - Seite 4 Der kenntnisreiche Antiquar Roth oder der omnipräsente Fotograf Parr haben selbstverständlich immer die richtigen Bücher ausgewählt. Denn sie hatten oder haben diese (nach Möglichkeit gleich mehrfach) in ihren eigenen Sammlungen – man kann ja nur über das schreiben, was man kennt. Willkommen der Nebeneffekt, dass sich das Präsentieren der eigenen Sammlung schließlich in einem gestiegenen Marktwert auszahlt. Mithin ist Verkaufen zum richtigen Zeitpunkt angesagt. Diese Strategie ist aus dem Umgang von Privatsammlern mit Kunstmuseen bekannt – man leiht etwas an ein Museum aus, wo es ausgestellt und damit veredelt wird, zieht es dann bei nächster Gelegenheit wieder ab und kassiert beim Verkauf einen schönen Mehrwert. Alle profitieren davon, die Pioniersammler mit dem guten Riecher, die Museen und die interessierte Öffentlichkeit, die potenten Sammler, die nur sichere, akzeptierte Ware kaufen, wenn auch teurer. Nicht anders dürfte dieser Mechanismus bei den Fotobüchern funktionieren, besonders nach Parr. Dazu ein Beispiel: Das 2002 erschienene Buch Endcommercial der Herren Böhm, Pizzaroni und Scheppe (www.hatjecantz.de/controller.php?cmd=detail&titzif=00001221) handelt von den architektonischen Zutaten, die New York zu der Großstadt machen und war seinerzeit für 39,80 Euro im Handel. Es war schon vergriffen, als es im Parr2 gelistet und damit nachhaltig popularisiert wurde. Kurz nach Erscheinen von Parr2 war das Buch „noch“ mit etwa 150 Euro geradezu ein Schnäppchen. Inzwischen liegt der Preis pro Exemplar – so einer der Mitautoren – „seiner Rarität halber absurderweise“ im oberen drei- oder gar deutlich im vierstelligen Bereich, also in einer Preisregion, in der man auch unzweifelhafte Klassiker wie Die Welt ist schön oder Blossfeldts Urformen der Kunst erwerben könnte. Ob der ohne Frage verdient aufs Schild gehobene Newcomer sich in dieser Preisregion wird halten können? Man erinnere sich an die Spekulationsblase, die vor wenigen Jahren mit der realistischen Bewertung von Internet-Aktien platzte; selbst die Post mußte anschließend wieder klein anfangen… 18.02.2007 < | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | > google english translation Kommentar zu diesem Artikel ins Forum schreiben Email an den Autor Druckversion |
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