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  Der "Neue Workflow" - Seite 8


Die Filmentwicklung:
Die musste perfekt sein, sonst nichts. Natürlich gab es Sound-Tüftler, die sich mit Anselm Adams Zonensystem eine Lebensaufgabe gestellt hatten, eine Zunft mit gewissen alchimistischen Zügen. Kreative Eingriffe gab es nur mit Brachialmethoden. Dia-Filme in Farbnegativ-Chemie und umgekehrt, Cross-Entwicklung genannt, um mit Pop-Farben dem Zeitgeist zu entsprechen. Um den Ort auszumachen, in dem jetzt das bildnerische Äquivalent der Filmentwicklung stattfindet, muss man sich in die Tiefe von Photoshop begeben. Dort gibt es für die erste Retusche Funktionen, deren Begrifflichkeiten aus der anlogen Fotografie übernommen wurden.Da wird abgewedelt und nachbelichtet, Kontraste werden angehoben, und es wird beschnitten. Aber Photoshop bietet noch ein viel umfassenderes Paket an Retuschemöglichkeiten. In der Fülle ungewohnt sind die Farbkorrekturen, die über die Variationen der Filterung für den analogen Print weit hinausgehen. Dies geht einher mit der Erweiterung des auf dem Papier darstellbaren Farbraums. Hier ist der Ausbruch aus der konfektionierten Farbe gelungen und neue Farbwelten stehen offen. Ein neues Kapitel in der recht jungen Geschichte der Farbfotografie wurde geschrieben. Das Problem ist nur der Fotograf. Von ihm wird immer noch erwartet, dass er Fotos produziert, die wie „richtige“ Fotos aussehen. Mittlerweile gibt es schon Plug-ins für Photoshop, die den Sound der klassischen Filme imitieren.

12.04.2007

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