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  Der Aufstand der Flickr-Kunden - Seite 2


Ganz wie im richtigen Leben werden im Internet die erfolgreichen Kleinen von den Großen gefressen. Flickr trägt seit einiger Zeit den Zusatz „a Yahoo! company“. Für die Nutzer änderte sich durch die Übernahme zunächst nichts; nach einer Übergangsfrist wurden sie allerdings gezwungen, als Flickr -Kunden auch Yahoo- Kunden zu werden. Der Zugang zu Flickr ist nur noch durch das Yahoo- Portal möglich. Im richtigen Leben wäre das etwa so, als ob Karstadt sich den hervorragenden Gemüsehändler um die Ecke einverleiben und uns dann zwingen würde, zum Gemüsekauf fortan durch den weiter entfernt liegenden Karstadt- Haupteingang zu gehen. Das kostet keinen Cent mehr, Kundenkarte gibt‘s kostenlos dazu und außerdem noch Bonuspunkte. Keiner der Kunden hat allerdings jemals darum gebeten. Es stimmt auch, daß uns keiner zwingt, unser Gemüse gerade hier zu kaufen, nur ist der nächste Händler noch weiter entfernt und außerdem schlechter sortiert oder teurer oder was auch immer. So viel nur nebenbei zum Thema König Kunde.

Die überwiegende Mehrheit der Flickr/Yahoo- Kunden folgte den neuen Regeln, teils murrend zwar, aber doch nach wie vor von den Vorteilen des Dienstes überzeugt. Anfang Juni nun präsentierte sich die Firma in neuem Gewand: Die Benutzerführung ist nicht mehr nur englischsprachig, sondern wahlweise auch chinesich, deutsch, französisch, italienisch, koreanisch, portugiesisch oder spanisch – beziehungsweise für die Mehrheit eben nicht wahlweise. Denn in den Ländern, in denen eine dieser Sprachen vorwiegend gesprochen wird, erfolgte die Umstellung automatisch; dank der Registrierung bei Yahoo kennt die Firma ja den Wohnsitz jedes Kunden. Ganz nebenbei und klammheimlich wurde dabei ein weiteres Detail verändert: Nutzer in Deutschland, Hong Kong, Korea und Singapur bekommen nur noch eine gefilterte Version des Milliarden Fotos umfassenden Bilderpools zu sehen.

20.06.2007

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