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Die wandelnde Unschuld - Seite 2 Mit einigen Protagonisten der neuen Zeit befasst sich Duane Michals in seinem Buch Foto Follies. How Photography Lost Its Virginity on the Way to the Bank war überfällig, dieses Buch mußte gemacht werden. Man hätte es fotografieren können, man hätte es schreiben können; es wurde von einem Fotografen gemacht, der auch ein bißchen schreibt. Für die Gestalten, von denen das Buch handelt, prägte der Autor in enzyklopädischem Gewand die hübsche Gattungsbezeichnung Fartster, „one who confuses fashion with art“. Das Buch ist eine lose Aneinanderreihung von Parodien, Persiflagen und Aphorismen – und leider sind keineswegs alle von ihnen treffend oder witzig. Wenn des Autors Alter Ego Dr. Duanus einige von Cindy Shermans Untitled Film Stills nachstellt und diese Selbstporträts eines Mannes im fortgeschrittenen Alter mit gestelzten, intelligent klingenden Unsinnstexten kombiniert, hat das Witz, vielleicht auch, weil es mehr über das rezeptive Umfeld der Künstlerin als über diese selbst sagt. Wenn er Miss Beecrofts neueste Zurschaustellung weiblicher Körper im Stil billiger Jahrmarkt-Typographie persifliert – „Girls! Girls! Girls! Only at Your Local Museum“ – hat das ebenfalls Witz. Wenn er jedoch Andres Serranos Piss Christ zu parodieren versucht, indem er uns ein brennendes Spielzeug-Kreuz in einem Häufchen Scheiße zeigt, erreicht er nicht einmal das intellektuelle Niveau des Originals – und das zu unterbieten ist gar nicht so einfach. Ähnlich billig und albern sind seine Scherze über Gerhard Richter, dem er eine Brille zur Vermeidung von Unschärfe empfiehlt, oder über Andreas Gursky, dem er das Foto einer Gurke unterjubelt. Da haut sich der Stammtisch auf die Schenkel. 09.07.2007 < | 1 | 2 | 3 | > google english translation Kommentar zu diesem Artikel ins Forum schreiben Druckversion |
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