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  Tränen der Rührung - Seite 3


Und wieder Heinz Ohff am 28. März 1961 im Tagesspiegel: „Über der Museumsinsel ist halbmast geflaggt, wegen Zonen–Handelsminister Rau…. Das Gebäude, immer noch gleichsam im Rohzustand des Wiederaufbaus, macht einen düsteren Eindruck. Ein Katalog der Jubiläumsausstellung, die die Ankäufe seit 1945 zeigt, ist genauso wenig zu erhalten wie ein Führer durch die alten Bestände. "Vielleicht kommt der Katalog am Dienstag. Vier Mark soll er kosten. Aber nehmen Sie doch die ‚Schule des Sehens’ von 1957." Wahrscheinlich merkt man uns an, daß wir vom Westen kommen. Es wird hinzugefügt: "Sie ist noch von Geheimrat Justi und kostet nur 2 Mark 50." Ein Katalog über eine längst verschwundene Ausstellung. Wir kaufen ihn, es macht umgerechnet ja kaum 75 Pfennig aus und Justi war ein großer Mann. Eine elende Zeit, sie verfolgt hier sogar jeden bis ins Museum.“
In diesem Ohffschen Kabinettstück treten die Figuren jener Zeit auf: Der oben erwähnte Zonen-Handelsminister Heinrich Rau, zuständig für den Handel mit den West-Zonen; auf Qualität bedachte Museumsleute und „Tendenzler“; eine fürchterlich rote "Bäuerin" des russischen Halb–Expressionisten Archipow, die ins Zwanzigste Jahrhundert überleitet; großartige Neuerwerbungen, überwiegend Hauptwerke der Brücke Künstler“ - günstig eingekauft, die Provenienz hat damals niemanden interessiert, wir sind noch vor den Auschwitz-Prozessen.

25.08.2007

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