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Allan Porter und "camera" - ein Gespräch mit Nadine Olonetzky - Seite 3 Nadine Olonetzky: Den Grundstein für «camera» legte der Druckereibesitzer Carl Josef Bucher (1873–1950), der ein leidenschaftlicher Amateurfotograf war. Mit der Zeitschrift brachte der ab 1922 sein Hobby und seine Arbeit unter einen Hut. Auf der einen Seite nämlich konnte Bucher unter Beweis stellen, wie gut seine Druckerei einen vergleichsweise anspruchsvollen Auftrag wie den Druck von Fotografien bewältigte; das Heft funktionierte also auch als Marketingprodukt, wie man heute wohl sagen würde. Auf der anderen Seite konnte Bucher sein persönliches Interesse an Fotografie ausleben und füllte mit der Zeitschrift erst noch eine Marktlücke. Der erste Chefredakteur war Adolf Herz, ein österreichischer Ingenieur und Fotokenner. Von Anfang an hatte man den Anspruch, ein internationales Forum für die künstlerische Fotografie zu sein. Für die lange Existenz von «camera» entscheidend war dann allerdings Alice Bucher, die 1941 die Leitung der Druckerei und des Verlags übernahm. Die Ehefrau von C.J. Bucher, der wegen eines Schlaganfalls nicht mehr arbeiten konnte, war nicht nur geschäftstüchtig und für damalige Verhältnisse aussergewöhnlich international 'vernetzt', sie interessierte sich auch für Kunst, Fotografie und Literatur. Sie trug «camera», die ab Ende der 1950er Jahren nicht mehr dreisprachig, sondern in drei Ausgaben (Deutsch, Englisch und Französisch)erschien und unter den Chefredakteuren Walter Läubli, Hans Neuburg oder Romeo E. Martinez sowohl Blütezeiten wie Durststrecken erlebt hatte, sozusagen durch Dick und Dünn mit. Sie hielt allen Chefredakteuren den Rücken frei, insbesondere aber Allan Porter, der 1965 Jahre zum Redaktionsteam stieß. So konnte Allan Porter die Zeitschrift «camera» erneut – und nun zum letzten Mal – zu einem international beachteten Forum machen. Der Anfang vom Ende von «camera» waren Schwierigkeiten,welche die C.J. Bucher Druckerei durch den Bau eines neuen Druckzentrums bekommen hatte, das 1972 fertiggestellt wurde, aber noch lange große Nachfolgekosten nach sich zog. Alice Bucher verkaufte Druckerei und Verlag schliesslich an die Ringier & Co. AG, welche «camera» zuerst noch herausbrachte, 1981 aber das Erscheinen der Zeitschrift einstellte. Man muß sich vergegenwärtigen, dass Zeitschriften wie «camera» oder «du» selbst in ihren Blütezeiten kein gutes Geschäft gewesen sind, sondern immer auch dank kulturellem Engagement und dem Sinn für Prestigeprodukte der Verleger existierten. Thomas Leuner: Was macht denn die Besonderheit der Ära Allan Porter (1965-1981) aus? Nadine Olonetzky: Allan Porter hat, wie seine bedeutenden Vorgänger Walter Läubli und Romeo E. Martinez, das Heft mit seiner ganzen Persönlichkeit geprägt und es mit Leib und Seele produziert, ja, Porter war «camera» (oder «camera» war Porter!), vor allem in den 1970er Jahren. Seine Kontakte zu Fotografinnen und Fotografen in den USA, aber auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern, die er schon lange geknüpft hatte, kamen bei der Realisierung der Hefte voll zum Tragen. Er publizierte ihre Arbeiten in grösseren und kleineren Beiträgen, machte zuweilen auch monographische Hefte mit 03.03.2008 < | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | > Klicken Sie hier für den Bild-Blog zum Artikel google english translation Kommentar zu diesem Artikel ins Forum schreiben Email an den Autor Druckversion |
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