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Allan Porter und "camera" - ein Gespräch mit Nadine Olonetzky - Seite 4 ihnen und wählte jeweils eine seiner Auffassung nach passende grafische Gestaltung. Sicher besonders wichtig war aber, dass Allan Porter mit «camera» die amerikanische Kunstfotografie in Europa bekannt machte. Er publizierte Arbeiten von Duane Michals oder Sarah Moon, von Larry Clark, Lewis Baltz, Ralph Gibson oder William Klein zu einem Zeitpunkt, als sie hier noch unbekannt waren. Da es damals in Europa keine Fotomuseen und fast keine Fotogalerien gab, war «camera» schlicht die Plattform für Information, Austausch, Neues. Mit «camera» hat Allan Porter also eine sehr wichtige Vermittlungsarbeit geleistet, und für viele künstlerisch arbeitende Fotografen war das Heft deshalb eine entscheidende Inspirationsquelle. Allan Porter war – und ist übrigens noch immer ein aussergewöhnlich neugieriger, vielseitiger und selbst künstlerisch begabter Mensch. Er ist viel gereist, er war geradezu versessen darauf, wichtige Menschen kennenzulernen, und er hatte oft ein sehr gutes Gespür für Fotografie und für Trends, die sich abzeichneten. Das kam dem Heft sehr zugute. Porters Vielseitigkeit, seine Begeisterung für Grafik,Drucktechniken, Malerei, Literatur oder Teppichkunst und seine Begabung, Verwandtschaften in unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksformen zu finden, flossen in die Produktion des Hefts ein. Porter war also vieles, nur eines nicht: ein Fachidiot. Manchmal ging seine eigentlich eher künstlerische Vorgehensweise auf Kosten von vertiefter Auseinandersetzung oder zeitigte kuriose Resultate. Aber genau diese künstlerische Vielseitigkeit und Begeisterung haben auch eine ganze Reihe von Ausgaben ermöglicht, in denen mit erfrischender Unbekümmertheit Themen gewählt und Bilder mit Texten so kombiniert sind, dass die Fotografie gewissermaßen zum Leuchten gebracht wird. Porters Leidenschaft hat sich in den Heften manifestiert und auf die Leserschaft übertragen. Neben Heften mit historischen Themen Fotogeschichte ist übrigens ein Steckenpferd von Allan Porter – hat er vor allem bedeutende monographische Ausgaben realisiert und wichtige Hefte zur Architekturfotografie oder zum Verhältnis von Grafik, Drucktechniken und Fotografie herausgebracht. Thomas Leuner: Was für einen Eindruck machen die Hefte aus unserer heutigen Sicht auf Sie als besondere Kennerin der einzelnen «camera» Ausgaben? Eignen sie sich als Schnelllehrgang zur Geschichte der zeitgenössischen Kunstfotografie oder liegt schon sehr viel Patina und Geschmäcklerisches über der sich dort widerspiegelnden Auffassung von Fotografie? 03.03.2008 < | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | > Klicken Sie hier für den Bild-Blog zum Artikel google english translation Kommentar zu diesem Artikel ins Forum schreiben Email an den Autor Druckversion |
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