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Eine kurze Geschichte der Fotozeitschrift «camera» von Nadine Olonetzky - Seite 7 Bildbände und eine Fotozeitschrift Inzwischen hat sich der C.J. Bucher Verlag auch als Herausgeber von herausragenden Fotobildbänden etabliert: Das 1960 publizierte Buch «Augenblicke» («Moments preserved») von Irving Penn und «Im Hinblick» mit Fotografien von Richard Avedon und einem Text von James Baldwin von 1964 sind ebenfalls auf Martinez’ Initiative entstanden. Romeo E. Martinez verlässt 1964 die Redaktion – das Heft erscheint eine Zeit lang unter der Schirmherrschaft von Alice Bucher ohne eigentlichen Chefredaktor – und bleibt jedoch noch bis 1975 im so genannten «Redaktionskommitee» tätig. Zwar sind jetzt sowohl «camera» wie auch das fotografische Verlagsprogramm international beachtet, doch ist die finanzielle Situation, in der sich «camera» befindet, zunehmend ein Problem. Das dürfte nicht nur daran liegen, dass es in jedem Fall schwierig ist, eine solche Zeitschrift gewinnbringend zu produzieren – die Druckerei Conzett & Huber in Zürich leistet sich zur selben Zeit etwa die Herausgabe des «du» ebenfalls als Prestigeobjekt, das die Fähigkeiten der Druckerei unter Beweis stellen soll. In den 60er Jahren ist die Fotografie zudem in eine Krise geraten. Nach der boomenden Reportagefotografie, nach dem enormen Erfolg von Fotoagenturen wie Magnum, der weltweiten Verbreitung von Zeitschriften aller Art, in denen die Fotografie wichtiger Bestandteil ist, bereitet es den Fotografen, Fotografinnen und den Redaktionen mehr und mehr Schwierigkeiten, die immer wiederkehrenden, das heisst inzwischen mehrfach durchgearbeiteten Themen in der Fotografie – Porträts, Reportagen, Landschaften oder Stillleben – unter neuen Blickwinkeln zur Diskussion zu stellen. Die ganz grosse Zeit der Fotoreportagen bekommt Brüche, was sich auch darin zeigt, dass in den 70er Jahren international sehr wichtige Zeitschriften verschwinden. Die Zeitschrift «Life» etwa, die 1883 als Unterhaltungsmagazin mit Illustrationen gegründet und, 1936 zum Nachrichtenmagazin mit zahlreichen Fotografien transformiert, in der Nachkriegszeit zur wichtigsten Publikation aufsteigt und zeitweise in einer Auflage von 13,5 Millionen Exemplaren wöchentlich erscheint, erlebt Ende der 60er Jahre einen dramatischen Einbruch der Verkaufszahlen und wird 1972 vorübergehend eingestellt bzw. von 1972 bis 1978 nur zehn Mal als «Life Special Report» gedruckt. Ab 1978 erscheint «Life» zwar erneut, erreicht jedoch nie mehr die enorme Bedeutung für die Politik und Gesellschaft, die die Zeitschrift in den 50er und frühen 60er Jahren hat. Die grosse Fotoreportage wird von der Fernsehreportage konkurrenziert, ja abgelöst. Hinzu kommt, dass die Fotografie von der Leserschaft zunehmend nicht mehr unbefangen als objektive Darstellung der Welt akzeptiert, sondern vielmehr als vom Fotografen geprägte, subjektive, ja manipulative Weltsicht wahrgenommen wird. 03.01.2008 < | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | > Klicken Sie hier für den Bild-Blog zum Artikel google english translation Kommentar zu diesem Artikel ins Forum schreiben Druckversion |
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