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Dirk Alvermann, Keine Experimente - Fotobücher "neu gelesen", Folge 2 - Seite 2 Auch das zweite Buch des für Illustrierte bzw. Wochenzeitungen wie Quick, Magnum, NBI, Freie Welt, Das Magazin, Deutsche Woche, Die Tat, Deutsche Volkszeitung oder die Andere Zeitung tätigen Alvermann erschien nicht bei einem westdeutschen Verlag, sondern bei Eulenspiegel wiederum in Ostberlin. „Keine Experimente“ hieß es und soll weiter unten näher vorgestellt werden. Alvermann lebte unterdessen in Berlin. Der Liebe wegen war der Fotograf Anfang 1966 in den Ostteil gezogen, wo er blieb. Dem Übersiedler wurde mit Misstrauen begegnet; er hatte es zunächst nicht einfach, seinen Lebensunterhalt mit der Fotografie weiter zu verdienen. Nachdem er lange recherchiert hatte, was heißt, dass er monatelang im Rostocker Hafen arbeitete und lebte, erschien 1969 das nächste Buch: „Eine Handvoll Glück“, eine Art Fotoroman aus der Perspektive des jungen Werftarbeiters Anton, in dessen Schicksal zwischen Flucht in den Westen, Bewährung und Wiedereingliederung in die DDR „ein gut Stück Geschichte unserer Republik eingegegangen ist“ (Klappentext). Alvermann konnte weiterhin als Auftragsarbeiten ein Buch über eine Theaterinszenierung und ein Städteportrait über Rostock realisieren. Bezeichnenderweise stammen die beiden in diesem Buch enthaltenen Fotos, auf denen der Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht zu sehen ist, als einzige Bildbeiträge nicht von Alvermann. Seinen Lebensunterhalt bestritt er zwischen 1972 und 1976 als Dokumentarfilmregisseur beim Fernsehen der DDR; von seiner Arbeit dort ist nach Wende, wo die Filme „spurlos entsorgt“ wurden, wie er selbst schreibt, offenbar nichts mehr übrig geblieben. „Diese Bilder sind die vorläufige Bilanz meiner Arbeit als Fotograf“, liest man im Klappentext von Alvermanns vielleicht berühmtesten Buch „Ich liebe Dich“, erschienen 1979 im Rostocker Hinstorff-Verlag. Nach Veröffentlichung dieser mehr als vorläufigen Bilanz hat Alvermann nicht mehr fotografiert. Er meinte, dass es genug sei mit der Entblößung der Menschen vor der Kamera und dass er dazu nichts mehr beitragen möchte. Und er hatte Probleme mit einer vom Profi verlangten Distanz zum Aufnahmeobjekt, eine Distanz, die ihm als Fotografen des Lebens unangemessen erschien (Zwischen den Zeiten 2006, S.79/80). 21.01.2008 < | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | > Klicken Sie hier für den Bild-Blog zum Artikel google english translation Kommentar zu diesem Artikel ins Forum schreiben Email an den Autor Druckversion |
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