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  Dirk Alvermann, Keine Experimente - Fotobücher "neu gelesen", Folge 2 - Seite 4


„Keine Experimente“ - so lautete der Wahlkampfslogan der CDU in der Bundestagswahl 1957, die der Partei ihr Spitzenergebnis von 50,2 % bescherte - Adenauer wurde im Amt bestätigt. Alvermann wählte den Slogan für sein 1961 im (Ost-erliner Eulenspiegel-Verlag (statt, wie ursprünglich geplant, bei Bärmeier & Nikel in Frankfurt) erschienenes zweites Buch. Trotz der hohen Auflage von 10000 Stück ist es heute selten (was auch für fast alle anderen Fotobücher Alvermanns gilt). „Keine Experimente“ ist kaum größer als ein Taschenbuch,erhielt aber einen festen Einband. Das verwendete Papier war nicht von höchster Güte und zeigt Vergilbungserscheinungen. Die Druckqualität unter Berücksichtigung des verwendeten Papiers ziemlich gut, wenn sich auch der Autor heute damit nicht mehr zufrieden zeigt. Worum geht es? Alvermanns Zusammenstellung von überwiegend in Berlin und im Rheinland - es gibt viele Karnevalsmotive und/oder viele Kinderbilder! - entstandenen Fotos aus den Jahren 1956-61 folgt den Paragraphen 1 bis 9 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland vom 23. Mai 1949. Alvermann stimmt die Leser mit einer sehr deutlich gegen Militarismus und Nationalsozialismus gerichteten Passage aus dem Abkommen der Drei-Mächte-Konferenz in Jalta (2. August 1945) auf sein Thema ein. Dann geht es weiter mit der Präambel des Grundgesetzes, der Bilder und weitere Abschnitte aus dem Gesetzestext folgen. Diese Texte sind immer negativ gesetzt, also weiß in schwarz. Auf der letzten, einer völlig schwarzen Seite gegenüberliegenden weißen Seite wird das Buch nach dem Hinweis, das die Artikel 10 bis 145 folgen, mit dem Artikel 146 beschlossen: „Dieses Grundgesetz verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.“ Punkt, aus, Ende.

21.01.2008

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