www.fotokritik.de Texte zur zeitgenössischen Fotografie und digitalen Bildkunst |
||||||
| |
||||||
|
Dirk Alvermann, Keine Experimente - Fotobücher "neu gelesen", Folge 2 - Seite 7 Die Bilder sind für sich immer schon sehenswert; durch ihre Abfolge und die Kombination mit den Grundgesetztextes entsteht ein Spannungsbogen, der bis zum Ende durchgehalten wird. Kontrastierende Gegenüberstellungen, Rückblenden, Wiederholungen, raffinierte Ausschnitte, also die gesamte Montage des Buches zeigt, dass Alvermann - wie schon bei seinem Erstling über Algerien - an eine Art Film zwischen Buchdeckeln im Kopf hatte, als sich an die Arbeit an den Bildern zum Grundgesetz machte. Das im Jahr des Mauerbaus erschienene Buch aus dem Eulenspiegel-Verlag war als Satire gedacht, worauf auch die Karikatur auf der Rückseite des Einbands hindeutet. Nicht jede satirische Wendung offenbart sich heute noch auf den ersten Blick, weil nicht mehr alle politischen Tagesereignisse so präsent sind, wie sie Alvermann empfunden haben mag. Dass das Buch aber eine halb kritische, halb spöttische Haltung zur Wirtschaftswunderzeit und den Verlockungen des Konsums transportiert, erschließt sich auch ohne Detailkenntnis der Zeit. Nachgetragen werden soll, dass es weitere Versuche gab, das Grundgesetz ironisch oder kritisch zu illustrieren; zu nennen wären zwei Werke von Karikaturisten, „Jeder hat das Recht“ von Kurt Halbritter (1976) und „Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland“ von F. K. Waechter (1982) sowie den Film „GG 19“ von Harald Siebler (2006). 21.01.2008 < | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | > Klicken Sie hier für den Bild-Blog zum Artikel google english translation Kommentar zu diesem Artikel ins Forum schreiben Email an den Autor Druckversion |
![]() Editorial Autoren Forum Newsletter Mitarbeit Kontakt Impressum |