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  Gespräch: kontrovers - Fragen an Thomas Seelig, Sammlungskurator am Fotomuseum Winterthur - Seite 13


Thomas Seelig
Wichtig bei dieser Art von Veranstaltung erschien uns, dass es in erster Linie um den Austausch von Informationen geht und nicht um einen Wettbewerb des besten Portfolios. Wir, das heisst das Publikum, die anderen Kuratoren, Galeristen, Art-Direktoren, Urs Stahel und ich vom Fotomuseum, lernen auf diese Weise jedes Jahr über vierzig junge Talente an einem frühen, spannenden Punkt ihrer Karriere kennen, bauen eine erste Brücke. Spannend fand ich aber auch, wie sich die teilnehmenden Fotografen untereinander vernetzt haben, da gab es regen Austausch und Diskussionen. Ich bin mir sicher, es wurde die ein oder andere Projektidee geboren ...

Th. L.
Ist dieses Konzept wegweisend für die Weiterentwicklung eines Fotomuseums zu einem Zentrum für Fotografie? In welche Richtung wird da gedacht?

Thomas Seelig
Der Begriff Zentrum für Fotografie in Winterthur ist ja bereits durch unsere Partnerschaft mit der Fotostiftung Schweiz, die auf dem gleichen Areal eigene Ausstellungsräume und Archive betreibt, vergeben. Wir nutzen eine gemeinsame Infrastruktur wie die Farb- und S/W-Depots, das Café oder die Bibliothek, sind aber zwei selbstständige Institutionen. Von Zeit zu Zeit arbeiten wir an gemeinsamen Ausstellungen oder organisieren Symposien. Diese Synergien wirken also schon. Die Plat(form -Veranstaltung ist für das Fotomuseum Winterthur in der Tat ein wichtiges Instrument, um auch der jungen, ambitionierten nationalen und internationalen Fotografie einen Rahmen zu schaffen.

Th. L.
Noch einmal zurück zur Recherche. Die Plat(form-Präsentation #2 stellt auf die klassische Fotografie und Fotokunst ab. Besonders wird dies durch die Wahl von Valérie Fougeirol, der Direktorin von ParisPhoto, als Jurymitglied deutlich. In Forschen und Erfinden war Dir die Einbeziehung von Künstlern wichtig, die nicht aus der Fotoszene kamen, sondern mehr der bildenden Kunst zuzuordnen sind. Der Zugang zu diesen Personen und deren Arbeiten dürfte aber auf der Ebene der Foto-Institutionen und Experten nur eingeschränkt möglich sein. Traditionell besteht zwischen diesen beiden Segmenten wenig Austausch.

24.06.2008

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