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  Gespräch: kontrovers - Fragen an Thomas Seelig, Sammlungskurator am Fotomuseum Winterthur - Seite 18


Thomas Seelig
Coffee-Table? Na ja, wenn Du meinst ... !?! Nein, bei unseren Überlegungen und Diskussionen zu diesem Buch stand im Vordergrund, dass wir den neuen, vielleicht noch unbekannteren Positionen einen expliziten Raum geben wollten. In unzähligen Anthologien der letzten Jahre sind die „usual suspects“ immer wieder gezeigt worden. Während der Arbeit am Buch sind dann mehr dieser bekannten Namen heraus gefallen und durch aktuellere ersetzt worden. Die steile These im Untertitel verweist natürlich auf ein Versprechen in die Zukunft der künstlerischen Fotografie, das durch das thematische Glossar und durch weiterführende Links zu den Künstlern eingefasst wird. Das Buch funktioniert sinnbildlich also wie eine Homepage, man findet kleinere Bildsequenzen, begleitende Texte, ... und wer mehr haben möchte, kann dies sehr leicht bekommen. Als auflagenstarkes, international vertriebenes Nachschlagewerk erfüllt die Publikation aus meiner Sicht eine wichtige Funktion. Es ordnet die wichtigsten fotografischen Begriffe und stellt in seiner Gesamtkonzeption eher Positionen dar, als dass es Bilder zeigt.

Th. L.
Das redaktionelle Konzept ist in den Besprechungen über Photo Art unterschiedlich bewertet worden. Die kritischen Einwände fordern ein „Mehr“ an redaktioneller Bearbeitung. Die „wichtigen fotografischen Begriffe“ am Ende des Bandes wären zu wenig mit den vorgestellten künstlerischen Positionen verklammert, die Fotografen nur alphabetisch aufgelistet und die Glossare die üblichen in Künstlerkatalogen zu findenden Texte. Offensichtlich besteht in der Öffentlichkeit ein großes Bedürfnis nach Orientierung über die zeitgenössische Fotografie. Vielleicht habt ihr das unterschätzt oder das Konzept der Art-Reihe des Dumont Verlages lässt nichts anderes zu.

24.06.2008

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