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Gespräch: kontrovers - Fragen an Thomas Seelig, Sammlungskurator am Fotomuseum Winterthur - Seite 5 Thomas Seelig Ich möchte zuerst auf Deine Anmerkungen in Bezug zur Ausstellung Forschen und Erfinden eingehen. Es führt in die falsche Richtung, die Positionen in der Ausstellung von der technischen Seite zu argumentieren. Alle beteiligten Künstler und Fotografen arbeiten explizit im Medium Fotografie und loten in Ihrem Schaffen die Fähigkeiten und Möglichkeiten der heutigen Fotografie aus. Ich sehe da eine grosse Lust und gleichzeitig ein hohes Maß an Reflexion, sich mit den wechselnden Bedingungen und den sich daraus ergebenden Codes auseinander zu setzen. Dies führt zu unterschiedlichen Werkformen, sicherlich immer in Bezug zur aktuellen fotografischen Produktion von anderen Fotografen und Künstlern. Diese kritische Haltung von Seiten der Künstler berührt aber den zweiten Teil Deiner Frage, nämlich was mich als Kurator in dieser Sache antreibt. Sicher arbeite ich aus der gleichen Skepsis und Neugier heraus, wohin sich die Fotografie entwickeln wird. Es ist äusserst spannend, die kleinen und grossen Verschiebungen zu beobachten, wie und mit welchen Mitteln etwas Neues in der Fotografie geschaffen und erprobt wird. Einiges setzt sich durch, anderes bleibt vielleicht nur eine kleine Fußnote in der Fotogeschichtsschreibung. Dabei interessiert mich beides, content und image, Aufzeichnung oder Fiktion, Vergangenheit und Zukunft. Mein Blick auf die Fotografie wird also durch den kontinuierlichen Perspektivwechsel bestimmt, hoffentlich ohne dass dadurch eine kritische Haltung gegenüber dem Medium verloren geht. 24.06.2008 < | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | > google english translation Kommentar zu diesem Artikel ins Forum schreiben Email an den Autor Druckversion |
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