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Gespräch: kontrovers - Fragen an Thomas Seelig, Sammlungskurator am Fotomuseum Winterthur - Seite 8 Thomas Seelig Ich muss etwas ausholen. Die Rolle des Fotomuseum Winterthur als Kunstgewerbemuseum mit soziologischem Interesse ist eine mögliche, ich denke da an Ausstellungen wie TRADE – Waren, Wege und Werte im Welthandel heute (2001) oder Im Rausch der Dinge (2004). Es gibt aber noch ganz andere Facetten, die Du nicht genannt hast, beispielsweise historische Ausstellungen mit Karl Blossfeldt, Bill Brandt oder Dorothea Lange oder monografische und thematische Präsentationen in der zeitgenössischen Kunst. Das Fotomuseum Winterthur zeigt aber auch Roni Horn, Boris Mikhailov oder Zoe Leonard. Das von Urs Stahel (Direktor Fotomuseum Winterthur) seit 1993 vertretene Programm definiert sich aus der Spannung verschiedener fotografischer Welten, da kann es eine wunderbare Zusammenkunft geben wie die von John Waters mit Arnold Odermatt. Eine Gruppenausstellung wie korschen und Erfinden hat aus dieser Geschichte heraus natürlich einen Kontext im Programm. Zu Walid Raads The Atlas Group. Du beschreibst seine Arbeit nur unzureichend, denn die 17 Prints werden von einem Text an der Wand oder in der Publikation begleitet, der integraler Teil des Werkes ist. Darin scheint keine rein dokumentarische Haltung auf, sondern dass unser westlich geprägter Begriff von Wahrheit auch „fantastische“ Elementen enthalten kann. Es gibt bei Raad im eigentlichen Sinne keine Originale, sondern nur Dateien, die sich in Ausstellung und Publikationen materialisieren. Das angesprochene Album ist diesem Sinne eine intelligente Fiktion, die die Glaubwürdigkeit von Fotografie in Frage stellt. Eine These der Ausstellung ist, dass die Pole von Objektivität und Subjektivität in der Fotografie zunehmend unschärfer werden und sich Künstler frei bedienen. Das berührt Jochen Lemperts biologisch motivierte Forschungsreihen genauso wie Kristleifur Björnssons Aneignungen von Massenbildern aus dem Internet. „Copy/Paste“ ist eine heute gültige Gebrauchsweise, die uns allen nicht fremd ist, Originalität in der Autorenschaft kann sich folglich auch in Positionen festmachen, die mit dem Zitat oder dem Verweis operieren. Th. L. Was ist mit Subjektivität/Objektivität gemeint? Ob ich vorgefundenes Material – Copy/Paste – verwende oder selbst Bilder „anfertige“, macht doch wenig Unterschied. Zumindest ist das in der zeitgenössischen Kunstpraxis unumstritten. 24.06.2008 < | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | > google english translation Kommentar zu diesem Artikel ins Forum schreiben Email an den Autor Druckversion |
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