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Nachgefragt: Gespräch mit Thomas Wiegand, Mitorganisator des 4. Kasseler Fotofrühlings. - Seite 10 Thomas Wiegand: Ich habe mal in einem Vortrag von Stephen Shore gehört, dass er mit Apple iPhoto Büchlein in einer kleinen Auflage herstelle und verkaufe. Ob das jetzt dem Werk des Künstlers Shore nützt oder ihn selbst in seiner künstlerischen Arbeit weiterbringt, kann ich nicht beurteilen, da ich die Hefte nicht kenne. Auf jeden Fall ist es ein zusätzliches Angebot für den Kunstmarkt. Ob Verleger diese Konkurrenz spüren werden, weiß ich nicht – ich sehe zunächst eine Ergänzung des traditionellen Spektrums. Nach wie vor erscheinen mehr traditionell hergestellte Fotobücher als man wahrnehmen kann. Ich habe die iPhoto-Sache für mich ausprobiert: es geht schnell, ist unkompliziert, aber die Layout-möglichkeiten sind beschränkt und eine Papierauswahl gibt es nicht. Das mag bei anderen Anbietern anders sein oder sich in naher Zukunft noch ändern. Hansgert Lambers hat vor zwei Jahren mit eigenen Bildern das Buch Ostrava in einer Auflage von 40 Exemplaren im Digitaldruck produ-zieren und von Hand binden lassen – eine Art Hybridlösung, die zu einem in jeder Beziehung qualitativ hervorragenden Ergebnis geführt hat. Das Kasseler Fotoforum wird sich mit dem nächsten Fotofrühling wieder dem Fotobuch widmen, 2009 dann speziell den von Ihnen erfragten Möglich-keiten, ein Buch ohne inhaltliche und kommerzielle Zwänge selbst zu produzieren. Auch hierfür hat wiederum Martin Parr ein wenig Vorarbeit geleistet, die 3. Ausgabe des Magazins Witness (2007) ist u.a. drei von Parr ausgewählten Fotografen gewidmet, die ihre Bücher selbst produ-ziert haben (Rob Hornstra, Mark Neville, Bart Sorgedrager). Wie genau im Rahmen des 5. Fotofrühlings dieses Thema angegangen werden wird, kann ich noch nicht sagen, wir stehen noch am Anfang der Dis-kussion, die sich derzeit auch auf Bücher erstreckt, die entweder noch gar nicht existieren (Dummys) oder auf solche, die nur im Web publiziert werden. Letztere sind eigentlich keine Bücher mehr, denn auf Papier und zwischen zwei Deckel sollten die Fotos schon gebracht sein. Ansonsten ist es halt etwas Anderes, vielleicht ganz Neues, nur eben kein Buch. Eine Datei kann meines Erachtens nur eine Vorstufe sein. Sie sehen, es könnte spannend werden. fotokritik: Als Abschluss möchte ich noch auf die Ausstellung „Pages“ des Foto-museums Rotterdam zurückkommen. Was ist das Besondere an der Aus-stellung und den Bedingungen in Holland? Inwieweit hat das Vor-bildfunktion für die deutschsprachige Fotografie? 30.09.2008 < | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | > google english translation Kommentar zu diesem Artikel ins Forum schreiben Email an den Autor Druckversion |
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