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Nachgefragt: Gespräch mit Thomas Wiegand, Mitorganisator des 4. Kasseler Fotofrühlings. - Seite 2 Thomas Wiegand: Da ich nicht in der künstlerischen Lehre tätig bin, kann ich nicht beurteilen, welchen Stellenwert die Studierenden dem Fotobuch als künstlerische Ausdrucksform beimessen. Die zum Fotofrühling 08 gezeigte Ausstellung „Pages“ des Fotomuseums Rotterdam hat jedenfalls gezeigt, dass Fotobücher zumindest in den Niederlanden als Medium sehr ernst genommen werden und dass es dazu sehr eindrucksvolle Beispiele gibt. Die Hochschulen in Hamburg (Material Verlag) und Leipzig haben eigene Editionen gegründet, die den Studierenden die Möglichkeit geben, abgeschlossene Serien in Buchform und in hoher Qualität zu publizieren. Wer sich mit dem Fotobuch als Medium beschäftigt, liegt auf der Hand: Es sind in kleinerer Zahl Sammler, die entweder zu den erworbenen Prints weitere Informationen oder weitere Arbeiten aus dem Umfeld der gekauften Arbeit wünschen, oder es sind, sicherlich deutlich häufiger, Sammler, denen es nur um die Bücher geht. Hinzu kommen selbstver-ständlich diejenigen Fotografen oder Kunstvermittler, die sich einfach nur informieren möchten, oder Gelegenheitskäufer, denen beispielsweise eine Ausstellung so gut gefallen hat, dass sie gleich den Katalog oder das Buch zur Ausstellung mitnehmen. Bücher sind im Gegensatz zu ortsfesten Ausstellungen mobiler. Wenn ich nicht nach Sonstwohin reisen möchte, um die spektakuläre Ausstellung Soundso zu sehen, bestelle ich mir das passende Buch. Ich verzichte zwar auf Größe und Aura der Originale, kann mir aber dafür einen Werkkomplex zu Hause in Ruhe auf dem Sofa ansehen. Hin und her blättern statt durch die Ausstellung gehen, Information statt Event. Dazu kommt, dass Sammlern oft das Sammeln an sich reicht. Dem Händler sind diese Kunden am liebsten, denn sie kaufen die seltenen und selten gut erhal-tenen Stücke in „Vintage“-Qualität. Weil es so viele Fotobücher und so viele Bezugsquellen gibt, sind die Sammler in der Regel immer sehr gut informiert. Der ahnungslose Käufer, dem der Händler irgendetwas auf-schwatzen kann, dürfte in diesem Bereich des Büchermarktes ziemlich selten sein – es sei denn, es handelt sich um blutige Anfänger oder um Leute, die weder Geschmack noch eine eigene Meinung haben. 30.09.2008 < | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | > google english translation Kommentar zu diesem Artikel ins Forum schreiben Email an den Autor Druckversion |
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