www.fotokritik.de

Texte zur zeitgenössischen Fotografie und digitalen Bildkunst
 
   

 
Beiträge '12
Beiträge '11
Beiträge '10
Beiträge '09
Beiträge '08
Beiträge '07
Beiträge '06
Beiträge '05
Bilder

Neu gelesen
Ikon-Archiv

Englische Texte




Suche
  Nachgefragt: Gespräch mit Thomas Wiegand, Mitorganisator des 4. Kasseler Fotofrühlings. - Seite 7


Thomas Wiegand:
Gossage hat sein neuestes, derzeit in Göttingen in der Produktion sich befindendes Buch vorgestellt, Hanzlová und Janssen haben ältere Werke präsentiert. Offenbar hat es sehr viel mit Intuition und Gefühl zu tun, ein Fotobuch zu machen – oder es ist eiskalt kalkuliert. Hinzu kommt die Rolle des Gestalters, der wie bei Janssen ein wichtiger Partner auf dem Weg zum gelungenen Buch war und ist. Hanzlová scheint die Bild-auswahl und Reihenfolge im Buch sehr wichtig zu sein; gestalterische Experimente wie bei Janssen und Gossage gibt es bei ihren Büchern nicht. Hanzlová war gar nicht glücklich darüber, dass „Female“ (2000) nicht in Leinen und nicht in einem passenderen Farbton des Einbands produziert wurde; in ihren beinahe puristisch-sachlich gestalteten Büchern soll nichts von den enthaltenen Bildern ablenken. Ganz anders Gossage, der zuletzt in Farbe arbeitete und dies auch gleich in einer besonderen Weise in der Buchgestaltung thematisieren wird („The Thirty-Two Inch Ruler/Map of Babylon“, 2008). Anders auch als Janssen, die je nach Inhalt ihrer Fotos eine besonders gut dazu passende Form sucht („Finding Thoughts“, 2005, als Tagebuch gebunden und mit handschrift-lichen Texten gestaltet).

fotokritik:
Martin Parr und Gerry Badger haben in „The Photobook: A History, Volume 1 und 2“ die Fotobücher in Kapiteln geordnet. Diese tragen Titel wie „Topografie und Reisen“, „Medium und Botschaft“, „Foto Auge“, „Ein Tag im Leben“, „Der entscheidende Augenblick“ usw. Dieses Ordnungsprinzip ist vehement kritisiert worden. Am deutlichsten von Herbert Molderings in „sehepunkte 5, Nr. 7/8“ der von „mit ´Catch-Words´ frei schweifenden Fantasien“ spricht. In dieser Rezension hat Molderings auch Merkmale für das Medium Fotobuch ent-wickelt, die sehr klar sind. Es lohnt zu zitieren: „... doch wird an keiner Stelle (The Photobook: A History, Volume 1) auch nur ansatzweise die Spezifität dieser aus fotografisch-visuellen, filmisch-sequenz-iellen und literarischen Elementen konstruierten Erzählung analysiert. Die Besonderheit der geistigen Räume, welche die Bilder und Texte zwischen den beiden Buchdeckeln erzeugen, wird nirgendwo deutlich.“ Und: Eine historische Analyse im Rahmen der allgemeinen Wahrneh-mungsgeschichte der Moderne fehlt völlig. Das war Stand 2005. Hat sich hier was getan? Wie wurde diskutiert? Oder ist die Theorie des Fotobuchs immer noch ein unbekanntes Feld?

30.09.2008

< | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | >
google english translation
Kommentar zu diesem Artikel ins Forum schreiben
Email an den Autor

Druckversion
 
Editorial
Autoren

Forum
Newsletter

Mitarbeit
Kontakt

Impressum