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  Leuners "fortlaufende Anmerkungen" Nr.2, Sommer/Herbst 2003 - Seite 2


Wenn man aber über die Fotografie in Berlin spricht, steht sofort die Frage im Raum, warum gibt es in der Hauptstadt Berlin kein „Maison de la Photographie" oder ein ähnliches öffentliches Kulturinstitut, das sich der Fotografie widmet.

Dass dieser Zug mit dieser Idee längst abgefahren ist, wird dabei meist übersehen.Der Gründungsboom solcher Institutionen lag in den 80er Jahren. Damals wurde für West-Berlin eine ähnliche Institution in der Schwartzschen Villa in Steglitz angedacht, kam aber aus Konkurrenzgründen zur Fotografischen Sammlung der Berlinischen Galerie nicht zur Realisation.Fatal an dieser Entwicklung war das weitere Schicksal der Berlinischen Galerie.
www.berlinischegalerie.de
Mit deren kontinuierlichem Zusammenbruch ab 1990 wurde der allseits gerühmten Fotografischen Sammlung die räumliche Basis entzogen. Hinzu kam der Rückzug des Gründers der Sammlung, Janos Frecot. Der Nachfolger, Ulrich Domröse, konzentrierte sich ausschließlich auf archivarische Arbeiten mit Schwerpunkt DDR-Fotografie. Seit 1990 hatte sich die Fotografische Sammlung aus dem öffentlichen Diskurs über Fotografie ausgeklinkt.
Auch das Deutsches Centrum für Photografie (DCP) der Sammlung Preußischen Kulturbesitzes hat keine Verbesserung der Lage gebracht.www.smb.spk-berlin.de (das DCP gibt es in Hompage nicht).
Es wurde schnell erkennbar, dass es dem Generaldirektor Schuster nur darum ging, die in den Sammlungen vorhandenen Fotografien zu sichten und nach heutigem Museumsstandard zu katalogisieren. Dies ist geschehen und die gerufenen Experten, wie Manfred Heiting und die beteiligten Fotohistoriker, konnten wieder gehen. Weitere Aktivitäten wurden systematisch von dem „General" boykottiert. Siehe dazu das Gespräch mit Manfred Heiting in der „Welt" in: www.welt.de/finden/ (Suchbegriff: Heiting)
Die nachfolgenden Entwicklungen um das DCP haben mit dem wirklichen Berlin und seinem innovativen Potenzial der 20 bis 40 Jährigen nichts zu tun. (Siehe dazu den Beitrag Nr.2 – das DCP und der „General“)

21.03.2005

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