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  Leuners "fortlaufende Anmerkungen" Nr.2, Sommer/Herbst 2003 - Seite 4


Anmerkung:

In einem Interview mit der „Tageszeitung“ am 02.Juli 03 antwortete der Galerist Matthias Arndt auch die Frage :Was wundert Sie in der Berliner Kunstlandschaft am meisten?
"Dass die Bedeutung der in Berlin entstandenen oder vermittelten Gegenwartskunst weltweit Anerkennung (…..) findet, ohne das dies die hiesigen Museen oder Institutionen (..) und die Kulturpolitik größer beeindruckt oder beeinflusst."www.taz.de/pt/.archiv/suche

Die von Matthias Arndt eingenommene Perspektive unterstelle, dass Ignoranz und böser Wille der Verantwortlichen vorliegt. Das ist sicherlich nicht richtig, vielmehr herrscht eine Atmosphäre von klagender Hilflosigkeit und eisernem Festhalten am Vertrauten. An Aufbruch ist nicht zu denken.
In dieser Lage muss daher die Frage lauten: Wofür gebe ich das vorhandene Geld aus und wie kann ich für Berlin neues Geld akquirieren?
Da die Erlösung nicht von außen kommt, sollte das vorhandene Geld zuerst in den Aufbau einer eigenen Infrastruktur fließen. Wunder wie in Hamburg durch die Sammlung Gundlach sind ja nicht zu erwarten.
Vielmehr muss die Kooperation und Vernetzung dessen, was in der Stadt tatsächlich vorhanden ist, vorangetrieben und nach außen sichtbar gemacht werden. Die Stadt muss sich so zu sagen am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen. Bildlich gesprochen: Eine Region kann man erst entwickeln, wenn die notwendigen Verkehrsmittel gebaut werden. In Sachen Kooperation und Vernetzung ist man im Fotoland Nord-Rhein-Westfalen schon um einiges voraus, und hat den Vorsprung weiter ausgebaut.
Das Neuste: Fotografie in NRW – ein Handbuch.(Herausgeber: Kultursekretariat NRW, ISBN 3-89861-120-2 für 16,90 €).www.kultursekretariat-nrw.de/ Da steht alles gut redaktionell aufgearbeitet drin: Galerien, Sammlung, Studienmöglichkeiten, Überblicke u.s.w.. Geplant ist weiter: ein dezentrales Recherche Zentrum zur Mediengeschichte.

21.03.2005

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