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Leuners "fortlaufende Anmerkungen" Nr.3, Frühjahr/Sommer 2004 - Seite 10 Hintergrund ist natürlich die rasante Entwicklung der Fotografie, bei der es außer den eigenen Beobachtungen und deren theoretischen Würdigungen keine Anhaltspunkte gibt. Da ist der gelernte Fotograf Thomas Weski nicht in seinem Element. Seine Theorie der «wirklichkeitsbeschreibenden Fotografie» ist nur ein Zeichen von Unsicherheit, mit neuen fotografischen Positionen umzugehen. Ein inszeniertes Bild kann «wirklichkeitsnäher» sein als ein aus der Beobachtung heraus fotografiertes. Beispiele: Boris Mikhailov – siehe dazu meine Anmerkungen zur Ausstellung «Corpus Christi» – oder August Sander. Sind seine Bilder nicht inszenierte Porträts von ausgewählten Mo-dellen? Würde man nicht heute sagen, Sander sei der Erfinder der durch die Werbung populär gewordenen «People Photography»? Ist nicht das digitale Basteln von Andreas Gursky «Foto-Grafik» im realistischen Stil ohne «Wirklichkeitsnähe»? Zum Beispiel sein in der Ausstellung gezeigtes Bild «Greely» aus dem Jahre 2003? Wesentlicher erscheint für mich aber eine methodische Kritik an Weskis Kuratortätigkeit: Die einzelnen Künstler werden losgelöst von ihrem histo-rischen und gesellschaftlichen Kontext gezeigt und auf scheinbar subjektive Künstler/Fotografen-Positionen reduziert. Ein Referenzrahmen von einigen Künstlern zur Erklärung der fotografischen Wirklichkeitserforschung im 20. Jahrhundert erinnert fatal an eine Geschichtsschreibung, die die Abfolge der Zeiten mit Herrschern und bedeutenden Personen beschreibt. Aktuelle Diskussionen über Kunst, Kultur und den Gesellschaftsbegriff gleiten an dieser «naiven» Weltsicht ab. 22.03.2005 < | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | > google english translation Kommentar zu diesem Artikel ins Forum schreiben Email an den Autor Druckversion |
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