www.fotokritik.de Texte zur zeitgenössischen Fotografie und digitalen Bildkunst |
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Leuners "fortlaufende Anmerkungen" Nr.3, Frühjahr/Sommer 2004 - Seite 18 1993 hieß es schon bei dem Fotopublizisten Ulf Erdmann Ziegler: «In der Münchener Neuen Pinakothek, wo in den Prachträumen mit viktorianischer Kunst repräsentiert wird, war für das ehrgeizige Siemens-Projekt nur noch im Keller Platz, die großen Formate auf beigen Stofftapeten zwischen Decke und Boden geklemmt. Aber wie der Oberkonservator der modernen Abtei-lung, Ulrich Bischoff, bekannt gab, drohte jetzt Abhilfe: In separaten Ankäu-fen bei symmetrischem Einsatz von Mitteln wollen die Staatlichen Gemälde-sammlungen und Siemens bis Ende des Jahrzehnts die zeitgenössischen Tendenzen in der internationalen künstlerischen Fotografie in maßgeblichen Beispielen versammelt haben. Wenn es vorher keinen Zank gibt, werden die Sammlungen in ein paar Jahren in dem fertig gestellten Neubau zusammen-geführt.» In: Ulf Erdmann Ziegler, «Magische Allianzen. Fotografie und Kunst», Lindinger + Schmid Verlag 1996. Der Artikel heißt «Zwischen Abscheu und Neugier: Siemens Fotoprojekt 1987-1992». Die weiteren Ausstellungsaktivitäten bestärken den Eindruck, dass die negativste Variante der möglichen Entwicklungen eingetreten ist (siehe unten). Nachgefragt München Die Pinakothek der Moderne legt nach: Vom 08. Mai 2004 bis zum 12. Sep-tember 2004 wird die Allianz Fotografiesammlung (142 Exponate) präsentiert, die als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt worden ist. Fotografiesammlung der Allianz AG für die Pinakothek der Moderne, München (www.pinakothek.de). Damit wird endlich das Münchner Bedürfnis nach Fotografien des 90er-Jahre-Mainstreams bedient und zur Beruhigung werden auch noch die «Klassiker» aus den 20er und 50er Jahren nachgeschoben. Diese Sammlung ist eine typische Repräsentationssammlung und passt daher in die Pinakothek der Moderne, die die visuellen Möglichkeiten eines BMW-Showrooms für die Dar-stellung der modernen Kunst nutzt. Die Haltung der Allianz ist dabei sicherlich mäzenatisch. Der eigentliche Motor der Sammlungstätigkeit dürften aber PR-Gesichtspunkte und das Image des Konzerns sein. Entsprechend repräsen-tativ ist auch die Auswahl der Exponate. Die Siemenssammlung beruht dage-gen auf dem Bemühen, sich selbst als ein Teil der Gesellschaft zu betrachten und auch den Künstler/ Fotografen in diesen Prozess einzubinden. 22.03.2005 < | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | > google english translation Kommentar zu diesem Artikel ins Forum schreiben Email an den Autor Druckversion |
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