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  Leuners "fortlaufende Anmerkungen" Nr.3, Frühjahr/Sommer 2004 - Seite 19


Dieses Konzept ist heute zeitgemäßer als es bei seiner Entwicklung war und korrespondiert auch mit den wenigen anderen wegweisenden fotografischen Sammlungen, wie zum Beispiel der des Aacheners Wilhelm Schürmann. Damit wird auch klar, dass die Siemenssammlung nicht gewollt ist: Der falsche Ort, die falschen Leute, das fehlende Bewusstsein für die Besonderheit des Konzeptes. Das hatte Ulf Erdmann Ziegler ja bereits 1993 befürchtet. Die Kuratorin Ingelheim ist eine nicht die auf die Sammlung zugeschnittene Wahl: Sie ist Spezialistin für die Fotografie der 20er Jahre. Auch bei den zeitgenös-sischen Ausstellungen hat sie sich aus dem Gemischtwarenladen der etablier-ten Großbildfotografie bedient: «Selbstgespräche» und «Die Architektur der Obdachlosigkeit» waren ihre Visitenkarte. Weiterhin fällt das völlig Fehlen von Begleitveranstaltungen auf. Mittlerweile für ehrgeizige Kuratoren ein Muss. Aktuelle Beispiele: Fotomuseum Winterthur (www.fotomuseum.ch),
C/O Berlin (www.co-Berlin.com), Internationales Haus der Photographie Hamburg, (www.deichtorhallen.de).



Fazit: „Stagnation im Umbruch“ – die deutsche Misere

Schlägt man die Kunstforum-Bände 171 (Juli bis August 2002) und 172 (Sep-tember bis Oktober 2004) auf, so bekommt man diese Analyse zum eigenen Erstaunen auch drastisch belegt: Die beiden Bände sind der Neuorientierung der Fotografie gewidmet – also unserem Thema. Die Autoren und Gesprächs-partner sind: Wielfried Wiegand (FAZ), L. Fritz Gruber, Klaus Honnef, das Ehepaar Becher, Lothar Schirmer, Rober Lebeck, Manfred Heiting, Thomas Weski, Ute Eskildsen, Janos Freco, Hertha Wolf, Wilhelm Schurmann, Rudolf Kicken – das Durchschnittsalter beträgt wohl an die 60 Jahre. Alles Protagonisten der Fotografieszene seit Anfang der 80er Jahre.

Thomas Leuner

September 2004













22.03.2005

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