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  Gespräch zwischen André Gelpke und Jörn Vanhöfen im Februar 2009
von Jörn Vanhöfen

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Schlagworte: Autorenfotografie, Otto Steinert, Folkwangschule, Becherschüler, „lost generation“, „Paris-Hilton-Effekt“

Im Jahre 1989 hatte der junge Fotograf Jörn Vanhöfen, damals Student der Folkwang-Schule in Essen, die kulturelle Freude, ein Interview mit André Gelpke zu führen. André Gelpke wohnte in Düsseldorf, arbeitete als Fotograf und war Lehrbeauftragter für Fotografie an der FH Dort-mund. Heute, 20 Jahre später, wohnt André Gelpke mit seiner Familie in Zürich/Schweiz und Ligurien/Italien und hat eine Professur für Foto-grafie an der Züricher Hochschule der Künste. Jörn Vanhöfen wohnt nach 20 Jahren in Berlin wieder im Ruhrgebiet und arbeitet als Fotograf.

Jörn Vanhöfen
20 Jahre sind vergangen, seit wir uns über die Situation der Fotografie in Deutschland und die Rolle des Fotografen unterhalten haben. Wir haben nun 75 Professoren an über 40 Hochschulen, an denen Fotografie gelehrt wird. Museen und Galerien zeigen und verkaufen Fotografie zu Spitzenpreisen. Der Handel mit künstlerischer Fotografie boomt. Der Fotografie scheint es so gut wie nie zuvor zu gehen. Wie ergeht es Dir mit der Fotografie?

André Gelpke
Du sprichst vom Schein – das gefällt mir. In der Tat ist es auch mit der Fotografie als Kunst so, dass nur ganz wenige vom Verkauf ihrer Bilder leben können. Der große Rest wähnt sich kurz vor dem Durchbruch und betreibt weiter Kunst als kommerzielle Selbstausbeutung. Man wartet, hofft, bezahlt und betreibt ohne Zweifel manchmal ein glück-liches Arbeiten. Also, was man in den Medien so über den Fotoboom hört, ist geeignet, es weiter zu erzählen, um so die Preise von Herrn Gursky und seiner Galerie in die Höhe zu treiben. Aber Du fragst, wie es mir mit der Fotografie ergeht. Kurz, mir geht es gut mit ihr, weil sie mir immer noch Spaß in meinem Leben macht und ich durch sie ein gesichertes Einkommen als Dozent an der Züricher Hochschule der Künste habe.

07.04.2009

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