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Gespräch zwischen André Gelpke und Jörn Vanhöfen im Februar 2009 - Seite 3 Jörn Vanhöfen Und was sind Deiner Ansicht nach die Gründe, warum die Dokumentar-fotografie schon in den achtziger Jahren im Kunstmarkt mehr Erfolg hatte als Eure damalige Autorenfotografie? Daran hat sich ja bis heute eigentlich nicht viel geändert. André Gelpke Dieses hatte und hat verschiedene Gründe. Ich nenne einmal einen ganz ketzerischen und man mag mich dafür schlagen. Andreas Gursky und Thomas Ruff, zwei Fotografen, deren Arbeiten ich durchaus schätze, fingen einfach an, ihre Bilder groß zu machen. Von der Größe her der Malerei ebenbürtig und von der Rahmung ebenfalls. Ihre Fotografie passte plötzlich an die großen weißen Wände der überall entstehenden neuen Kunstmuseen, während unsere noch in den grafischen Kabinetten dieser Häuser herumhingen. Ich weiss, das drückt den Erfolg dieser Arbeiten nur sehr verkürzt aus, aber es ist ein wichtiger Aspekt. Dazu kommt natürlich noch Formal-Inhaltliches, also das, was auf den Bildern zu sehen war. Während wir uns ins komplizierte „Neue Sehen“ verliebt hatten, trafen die Bilder der Becher-Schüler aufs Einfache, ich möchte aber bewusst nicht Wesentliche sagen. Die Bilder machten trotzdem „Peng!“ Ein Haus, ein Kopf, ein Sternenhimmel, technisch brillant fotografiert, perfekt vom Speziallabor vergrößert, im Spezialverfahren auf Plexiglas aufgepresst und im dicken Mahagoniholzrahmen präsentiert. Das passte, man mag mir verzeihen, auch in jede Empfangshalle einer Bank. Für die achtziger, neunziger Jahre war das schon okay, wir hatten in jener Zeit auch einen kräftig gebauten Bundeskanzler, heute jedoch sind so manche Sujets der Folgeleute einfach lächerlich. Telefonhäus-chen, Kasernentore, Filzpantoffeln, gähn, schnarch, déja vu! 07.04.2009 < | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | > google english translation Kommentar zu diesem Artikel ins Forum schreiben Email an den Autor Druckversion |
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