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  Gespräch zwischen André Gelpke und Jörn Vanhöfen im Februar 2009 - Seite 4


Jörn Vanhöfen
Okay, das erlebe ich ja dauernd auf dem Kunstmarkt, wenn wieder serielle Arbeiten von fotografierten Badehäuschen oder colorierten Kinderportraits die Messen überziehen. Aber auch erlebe ich es tag-täglich in Zeitungen und Magazinen etc., dass Fotografen ihr Geld damit verdienen, gute Illustrationsfotografen im Journalismus zu sein, heisst: wie bebildere ich Armut, wie Krieg, wie das Leben an sich? Du hast in deinem Buch „Fluchtgedanken“ (1983) davon geredet, dass wir zwar täglich mit Bildern vertraut sind, welche Hunger, Krieg und Zerstörung abbilden, uns aber der Zusammenhang von „körperlich nicht Erlebtem“ und „Wahrheitsglaube an die Fotografie“ fehlt. Du hast dies durch Entzug, Verweigerung und Reduktion von Bildinhalten versucht. Glaubst Du nicht, dass die heutige Zeit, welche an den uneingeschränkten Konsum als Allheilmittel unserer Welt glaubt, genau diesen Entzug und die Verwei-gerung braucht? Warum geht diese Entwicklung seit den 80er Jahren an der Fotografie vorbei ?

07.04.2009

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