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Heynowski & Scheumann, Kannibalen - Fotobücher "neu gelesen", Folge 3 - Seite 7 Die offenbarten Bildnachweise festigen den Rang als „Tatsachenbuch“, die fehlenden sind dagegen der in der Tat konspirativen Bildbeschaffung geschuldet. Im Kannibalen-Buch wird dies nur am Rande thematisiert. In einem im Faksimile wiedergegebenen Brief werden zwei Kodak Tri-X-Filme und zusätzliches Perutz-Material erwähnt (S.35). Neben dem Söldner Peter scheint auch der Briefschreiber namens Hans Uhlarz fotografisch (und selbstverständlich mit Feuerwaffen!) „geschossen“ zu haben. Der genannte Brief von „Hans“ und die Kodak-Filme seines Kameraden „Peter“ seien bei einem von den Freiheitskämpfern „niedergestreckten“ Söldner (das müsste der Leutnant Louw gewesen sein) gefunden worden (S.36). Auch noch andere Perutz-Filmrollen (für Laufbilder) seien „erbeutet“ worden (S.31). Kein Problem, wenn die ansonsten scharf kritisierte (S.179ff.) Leichenfledderei nur einem guten Zweck diente… Die schönen Abenteuergeschichten über die Bildbeschaffung – wer weiß, ob sich diese überhaupt so abgespielt hatten – passten gut zum Charakter der Filme und Bücher, betrafen aber nur einen (kleinen) Teil des bereits für den Film „Kommando 52“ verwendeten Materials. Dieses kam im Wesentlichen ausgerechnet aus dem Land, gegen das sich Heynowski, Scheumann und Hellmich mit diesem Projekt richteten, nämlich aus der Bundesrepublik Deutschland. In Otto Köhlers 1966 erschienenen, vor allem aus Zitaten gespeisten Dokumentation des Falles „Kongo-Müller“ sind einige mit durchaus sarkastischen Kommentaren versehene Aufnahmen enthalten, die sich 1967 auch in „Kannibalen“ finden. Köhler nennt als Urheber den Hamburger Stern-Reporter Gerd Heidemann. Von Heidemann (geb. 1931), dem späteren „Entdecker“ der gefälschten Hitler-Tagebücher, stammte aber nicht nur das Dutzend Fotos in Köhlers Buch, sondern auch das Gros der Bilder, die Heynowski und Scheumann verwendet hatten (vgl. Steinmetz/Prase 2002, S.78f.; Bunnenberg 2007, S.93). Heidemann war 1964 zusammen mit zwei Kollegen zweimal vor Ort im Kongo und hatte über diese Reisen eine dreiteilige Reportage im Stern veröffentlicht. Heidemann hatte sich für diesen Höllentrip europäischen Söldnern angeschlossen und stieß, wie von der Redaktion gewünscht, auf Müller und seine Truppe und nebenbei auch noch auf den als Missionar wirkenden Sohn Martin Bormanns… (Koch 1990, S.85ff.). Für seine in im November und Dezember 1964 im Stern erstveröffentlichten Bilder erhielt Heidemann ein „Diplom der ersten Klasse“ beim „World Press Photo“ Wettbewerb 1965. Heidemanns Fotos wurden mehrfach in anderen Zeitungen nachgedruckt. Der Chefredakteur des Sterns, Henri Nannen, renommierte und warb mit seinem Fotoreporter: „Die Wahrheit berichten, heißt die Welt zum Besseren ändern“ (Koch 1990, S.105 und S. 174). 12.05.2009 < | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | > Klicken Sie hier für den Bild-Blog zum Artikel google english translation Kommentar zu diesem Artikel ins Forum schreiben Email an den Autor Druckversion |
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