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  4. Berlin-Biennale 2006 - der fotografische Aspekt - Seite 7


Unausgesprochen steht beim Engagement von Judy Lübke die Frage im Raum, ob es auch ein Leipziger Fotografie-Wunder gibt. Nein, sicherlich nicht! Dazu fehlen die Voraussetzungen.Die wesentlichen künstlerischen Kräfte in der Fotografie – Arno Fischer und Evelyn Richter - mussten 1990 die Hochschule verlassen, da Sie keine festen Stellen hatten. Es war also keine Lehrautorität mehr vor Ort, die, wie Arno Rink in der Malerei,schützend ihre Hand über „unzeitgemäße“ Positionen hätte halten könnte.Die wichtigsten neuen Professuren wurden und werden ausschließlich mit Persönlichkeiten der west-deutschen Fotokunstszene besetzt.

Trost kann man aber aus dem großen Atem der Geschichte schöpfen. Leipzig wirft ein Schlaglicht auf die zu erwartenden künstlerischen
Entwicklungen in Europa. Die kulturelle "Wiedervereinigung" Europas läuft - die Wiederherstrellung eines Zustands, wie es ihn seit hundert Jahren nicht gegeben hat. Und das führt uns zurück zur BB4. Der Einfluss der osteuropäischen Künstler wächst, aber noch nicht mit erkennbar innovativem Ergebnis,sondern führt ins Private, zu merkwürdig zeitmäandernden Bildparcours.



08.05.2006

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