www.fotokritik.de Texte zur zeitgenössischen Fotografie und digitalen Bildkunst |
||||||
| |
||||||
|
Books - die Foam-Liste Nr. 5, Juni 09 - Seite 2 Neben den Publikationen von Erika Billeter und dem Noorderlicht -Katalog aus dem Jahr 2002 sind mir nicht allzu viele Bücher zum Thema lateinamerikanische Fotografie bekannt. Wenn man Gerüchten trauen darf, wird sich das dieses Jahr ändern (Martin Parr kompiliert eine Geschichte des Fotobuches dieser Länder), und die Anfänge eines Trendes zeigen sich bereits. Das RM in Mexico zeigte letztes Jahr die Sammlung von Frau Gamazo de Abelló, mit 87 Fotografen. Alexis Fabry aus Paris, der die Sammlerin betreut, hat zusammen mit den Toluca Studios ein gut editiertes, auffällig gestaltetes und sorgsam bibliografiertes Buch gemacht. Nun umfasst die Sammlung alle möglichen Tendenzen der Fotografie, zwischen Sergio Larrain und Pablo Lopez: Porträtfotografien aus Studios, Journalismus, Subjektive und konstruktive Fotografie, etc. und so sieht man zuerst die hervorragend informierte Hand der Sammler (und damit die Anklänge an bereits bekannte fotografische Ausdrucksweisen aus dem „Kanon“) und dann erst den schwer verständlichen Reichtum einer Welt, die nach ihren eigenen Regeln funktioniert. Adam Bartos: "Yard Sale Photographs" Adam Bartos gehört bereits zur zweiten Generation der New Color Photography, etwa neben Mitch Epstein oder Mark Cohen (Sally Eauclaire), und man darf, wenn man dieses Buch sieht, nicht an einen dreißigjährigen Epigonen denken. Vielmehr arbeitet hier ein Fotograf mit traumwandlerischer Sicherheit in der Zone amerikanischer Befindlichkeit, zwischen Massenkultur, Konsum und Geschichte, irgendwo an den Rändern des bürgerlichen Milieus. Zwischen obvious & ordinary gibt es sie noch, die Fotografen, die den Gegenständen und ihrer Geschichte und ihren Geschichten zuhören, und die am Ende des Buches notieren, mit welcher Kamera, welchem Objektiv und welchem Film sie gearbeitet haben. Wie dem auch sei, ich verfalle dem Grün einer Kunstleder-Tennisschläger-Tasche, dem blauen Umschlag eines Buches, dem Sonnenlicht, das eine Salatschleuder umspielt (und bin froh, dass ich die ganzen Trödelmärkte und Yard Sales nicht selber besuchen musste). Glücklicherweise hat Bartos die Gestaltung seines Buches anscheinend mitdefiniert, und so ist vom Cover bis zur Wahl des Papiers und der Kurzgeschichte von Raymond Carver alles stimmig. 20.06.2009 < | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | > google english translation Kommentar zu diesem Artikel ins Forum schreiben Email an den Autor Druckversion |
![]() Editorial Autoren Forum Newsletter Mitarbeit Kontakt Impressum |