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  Books - die Foam-Liste Nr. 5, Juni 09 - Seite 3


Krass Clement: "Novemberrejse"

Obwohl Krass Clement bereits 17 Bücher veröffentlicht hat (viele davon beeindruckend, eines in Parr/Badger, Volume 2), ist er nicht gerade sehr bekannt. Seinen gefühlvollen schwarz-weiss Fotografien haftet etwas Altmodisches an, doch man sollte sich nicht täuschen lassen: Der sechzigjährige dänische Autodidakt operiert mit vielen unterschiedl-ichen Stilen und sein „favorite medium is the photobook“. Das Buch „Novemberrejse“ bricht die Melancholie mit einem stringenten Rhythmus. Man bleibt im unklaren, mit welchen Leuten man es zu tun hat, und in welchem Verhältnis der Fotograf zu den Menschen steht, die er auch in intimen Momenten fotografiert, und wo und wann er überhaupt fotografiert. Die ländliche Gegend, die Häuser mit den undurchdringlichen Fenstern, das Meer und der Nebel lassen keine Schlüsse zu. Und ähnlich wie bei einigen Reisen von Moriyama Daido bleibt offen, was die Reise antreibt, die Spurensuche nach Erinnerungen oder Sehnsucht und Freiheitswille, und den Begegnungen mit Menschen ist nicht abzulesen, ob es sich um Zufälle oder Familie handelt. Immer aber blicken diese Menschen den Fotografen offen und beinahe herausfordernd an, als wollten sie sagen „deine Einsamkeit und Melancholie sind selbstgewählt“. Seine Gestalt und seinen Rhythmus erhält das Buch aus dem wiederkehrenden Motiv des Bilckes aus dem Busfenster, den Begegnungen und dem Verweilen an leeren Orten.

20.06.2009

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