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Books - die Foam-Liste Nr. 5, Juni 09 - Seite 4 Gerry Johansson: "Ulan Bator" Bei der im letzten Jahr in Stockholm gegründeten GUN Gallery ist das neue Buch von Gerry Johansson erschienen, Ulan Bator, nach der mongolischen Hauptstadt, die der Fotograf Herbst/Winter 2008 besuchte. Es folgt dem schlichten Design seiner beiden Vorgänger, „Amerika“ und „Sverige“. In Leinen gebunden, beinahe ohne Text, mit schwarz-weissen Fotografien, die großzügig auf dem weissen Hintergrund der Seiten gesetzt sind, so unterstützt die Gestaltung den konzentrierten Blick auf die Bilder selbst. Man sieht bei Johansson immer wieder Gebäude, Plätze, Straßen, nicht notwendigerweise ohne Menschen, dann erkennt man die Genauigkeit seines topografischen Blickes, und sein Interesse an Materialen (wieviele Sorten Stein und Beton es gibt!) und Licht. Ulan Bator ist als Stadt aus einer Nomadensiedlung hervorgegangen und ein deutliches Thema vieler Bilder sind Grenzen und Markierungen in Form von Zäunen, Bepflanzungen oder Statuen. Sie dienen dem Fotografen als formales Mittel, helfen aber auch die Form einer fremden Stadt zu verstehen. Man kann diese Bilder nicht eindeutig streng, sachlich oder ästhetisch nennen, sie sind jedenfalls an die Messlatte Robert Adams angelegt, und an dessen Fähigkeit und Willen, sich einem Ort ganz ausszusetzen. Patrick Faigenbaum: "Santulussurgiu" Eine Gemeinde auf Sardinien und ihre Bewohner sind der Gegenstand dieses Buches. Der Fotograf besucht sie seit langem, hat Familie dort, und man spürt seine Vertrautheit. Die gut 115 Bilder in diesem Band weiden sich jedoch nie an dieser Familiarität (ähnlich wie bei Craigie Horsfield oder Jeff Wall), der intime Moment des Porträts wird durch komplexe Strategien mit Distanz aufgeladen, eine Technik, die an die Malerei erinnnert. Das könnte bemüht wirken, aber interessanterweise ist das Buch vielmehr das Dokument einer offenen, gefühlvollen und sinnlichen, intelligenten und diskreten Auseinandersetzung mit diesem Ort. Wie bei „Tulle“ (das vor 2 Jahren bei Le Point du Jour erschien), und das für mich ein Vorbild für alle Bücher ist, die eine Stadt zum Thema haben, kombiniert Faigenbaum sehr unterschiedliche Stile, zu einem unangestrengten Buch über das Leben in einer bestimmenten Stadt. Die Festlichkeiten, die Vegetation, das Arbeiten und das Spiel, die Bewohner und die Beschaffenheit der Straßen, neben natures mortes von Früchten, in verschiedenen Formaten, in schwarz-weiss und in Farbe, das macht ein wunderschönes Buch aus. 20.06.2009 < | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | > google english translation Kommentar zu diesem Artikel ins Forum schreiben Email an den Autor Druckversion |
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