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Heynowski & Scheumann, Kannibalen - Fotobücher "neu gelesen", Folge 3 - Seite 10 Höhepunkt des Buches ist eine Folge von (laut Bildnachweis aus Müllers Alben stammenden) Farbbildern zwischen den Seiten 146 und 153 samt den vorausgehenden und anschließenden Seiten. Es beginnt mit Privatbildern aus Müllers Alben und einem von Hellmich während der Vorbereitung zum Film gemachten Schnappschuss aus dessen Wohnzimmer im hessischen Langen. Es folgt ein unverdächtiger, aus dem Kongo an Müller adressierter Briefumschlag mit vielen bunten Briefmarken („philatelistische Neigungen“, S.142) und einer Doppelseite „Naturfreund Kongo-Müller“ samt rahmender Zeichnungen des begeisterten Hobby-Künstlers. Auf Seite 146 liest man. „Um jeden Marienkäfer würde er einen Achtungsbogen machen…“, auf Seite 147 sieht man das kleine rote Insekt, und nach dem Umblättern heißt es dann lapidar: „Kein Marienkäfer“. Das nebenstehende ganzseitige Farbfoto zeigt einen entstellten Leichnam eines Schwarzen, der mitten auf einem Weg liegt. Dies wird mit dem Foto eines knochigen Torso wiederholt und die nächste Doppelseite bringt die Erklärung, was mit dem Brandbild auf der Rückseite des Schutzumschlages gemeint ist: Ein Leichnam wird verbrannt („für besonders eindrucksvolle Szenen: Agfa-Color“). Man erkennt den Schädel und erahnt weitere Knochen. (S.153). Die nächste Seiten stellen Müllers „Dienstherren“ Moise Tschombé als Verbündeten des Westens beim Besuch bei Bundespräsident Heinrich Lübke und sogar an der Berliner Mauer vor. Die filmisch gedachte Montage der Doppelseiten lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Hohn und Spott werden dem Westen in einer Doppelseite mit drei Fotos einer Darbietung im „Europa-Kabarett“ in Frankfurt/Main zuteil. Hellmich hatte eine halb bekleidete Dame fotografiert, die sich lasziv auf und in einem Sarg räkelt und dabei mit einem Totenkopf hantiert (S.198/199). Direkt davor war das Foto des Leutnants Mazy von der Vorderseite des Schutzumschlags zu sehen und außerdem zur Erläuterung das Zitat einer Sensationsstory über Totenköpfe als Souvenirs aus der Illustrierten Quick (S.192-196). Am Ende gibt es ein Kontrastprogramm von weißen Söldnern und schwarzen Opfern (S.242-259), es wird an Patrice Lumumba erinnert (S.260-265) und es erfolgt der Appell an die guten Deutschen in der DDR, Blut für das „kämpfende Volk in Vietnam … herzugeben“ (S.267). Das letzte Bild zeigt einen Arm eines Blutspenders, dessen Faust geballt ist (auch dazu gab es einen Film von H&S: 400 cm³, 1967). Der Text schließt mit dem Ausruf: „Die Welt ist gewarnt!“ (S.271). 13.05.2009 < | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | > Klicken Sie hier für den Bild-Blog zum Artikel google english translation Kommentar zu diesem Artikel ins Forum schreiben Email an den Autor Druckversion |
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