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  Heynowski & Scheumann, Kannibalen - Fotobücher "neu gelesen", Folge 3 - Seite 5


Der Schutzumschlag zeigt auf der Vorderseite einen salutierenden Mann, der hinter einem aufgespießten Totenschädel steht. Im Buch erfährt man, dass sich hier der Leutnant Mazy in Positur gestellt hat. Der Titel läuft in großen Lettern über fast die gesamte Breite des Buches. Auf der Rückseite des Umschlages ist ein Farbfoto eines Brandes zu sehen. Dessen genauer Sinn erschließt sich erst nach Lektüre des Buches. Der Klappentext erläutert: „Heynowski & Scheumann legen hier einen in seiner Art einmaligen Bilddokumentarband vor, der von Massenmördern fotografiert wurde. Von modernen Kannibalen, die so zivilisiert sind, daß sie ihre geschundenen Opfer nicht mehr selbst verzehren. Von abendländischen Kannibalen, die im Namen westlicher Freiheit und christlicher Kultur ganze Völker abschlachten. Von poetischen Kannibalen, die sich Fotoalben zur Selbstbespiegelung anlegen und Beethoven-Sonaten lieben. Es entstand ein ‚abendländisches Poesiealbum‛, bei dessen Anblick man keine Muße für Poesie mehr findet. Mit Bildern aus dem heißen Kongo, bei denen man friert. Ein Tatsachenbuch, das man für eine Wahnvorstellung halten möchte und das doch wahr ist.“

Am Anfang steht der Ausruf: „Die Welt soll es wissen!“ Als Prolog dienen Bilder ausländischer, vorzugsweise bundesrepublikanischer Söldner im Vietnamkrieg. „Die bundesdeutsche ‚Geisterarmee‛, so heißt es, ‚lernt schmutzig kämpfen‛ – dieses Buch dokumentiert bundesdeutsche ‚schmutzige Krieger‛ in Aktion“ (S.23). Man möchte aufklären darüber, wie im Kongo Krieg geführt wurde, wie in Vietnam geführt wird und eines Tages in Europa geführt werden soll (S.22). Die Todesanzeige des 1966 in Vietnam gefallenen Söldners Franz Prediger aus Mannheim taucht später nochmals auf im Buch „Ich schwöre“ über die NVA (Berlin 1969, S.155).

13.05.2009

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