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  Das „Kabinettstück“[1] des Charles Wilp – Fotobücher „neu gelesen“, Folge 4 - Seite 2


In seiner besten Zeit als Werber hatte Wilp einen jährlichen Etat von immerhin 15 Mio DM zur Verfügung. Wilp machte zwar Werbung, strebte aber nach Höherem. Einerseits zur Kunst, angeregt durch seine Künstlerfreunde, andererseits zum Weltraum. Oder er verband beides und wollte eine permanente Documenta ins All verlegen. Die Kasseler Weltkunstausstellung gab Wilp 1972 den Ritterschlag zum Künstler und räumte ihm die (für seine damaligen Verhältnisse eher schlecht honorierte) Möglichkeit ein, einen Raum im Untergeschoss der Neuen Galerie zum Thema Werbung zu gestalten. „Natürlich bekommen Sie in meinem Raum das Knalligste, Irrealste und Gesuchteste an Anzeigen und Werbespots, was ich zu bieten habe.“[6] Der Name der Kasseler Weltkunstausstellung diente Wilp künftig immer wieder als Label für seine derzeit weitgehend noch unerforschte künstlerische Produktion als „Artronaut“, der mit NASA und ESA zusammenarbeitete und es geschafft hatte, Arbeiten auf die Weltraumstation MIR bringen zu lassen – um dann mit dieser zu verglühen.[7]

07.07.2009

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