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  Fotografie als Kunst im Öffentlichen Raum - ein Gespräch mit Thorsten Goldberg - Seite 3


Die Wurzeln der heutigen ‚Kunst im öffentlichen Raum’ findet man unter anderem in dem Konzept der ‚site specifity’ in den späten 60er Jahren bei Richard Serra. Das moderne Konzept des mobilen und in sich geschlossenen Kunstwerks, der flexibel zu arrangierenden Positio- nierung von Plastiken wird zugunsten einer standortspezifischen Positionierung aufgehoben. Skulptur steht also nicht mehr isoliert, sondern in Verbindung mit städtischer oder landschaftlicher Umgebung. Die ‚Kunst am Bau’ steht in direkter baulicher oder inhaltlicher Verbindung mit dem Baukörper oder dem Grundstück. Der Begriff ist unabhängig von der allgemeinen Zugänglichkeit - die Kunst kann im Innen- oder Außenraum stattfinden und in Abhängigkeit davon, ob der Auftraggeber und der Realisierungsort ein privater oder ein öffentlicher ist, ist die Kunst gleichsam eine Kunst in einem öffentlichen Raum. Insofern besteht also eine Schnittmenge zur Kunst im öffentlichen Raum und die Übergänge sind fließend.
‚Kunst im öffentlichen Raum’ oder hier ‚Kunst im Stadtraum’ und auch ‚Kunst am Bau’ bezeichnen aber auch ein Programm, bzw. eine Regelung, die beschreibt, wie, wann und wo künstlerisch gestalterische Maßnahmen im Zusammenhang mit baulichen Investitionen stattfinden sollen und welche Mittel hierfür eingestellt werden.
Unter „(1) Allgemeines“ der Allgemeinen Anweisung für die Vorbereitung und Durchführung von Baumaßnahmen Berlins (Abau) ist zu lesen: „1. Unter Kunst am Bau sind künstlerische Gestaltungen in und an Bau- werken, in Grünanlagen, auf Plätzen, Straßen usw. zu verstehen. 2. Unter ‚Kunst im Stadtraum’ sind künstlerische Gestaltungen an stadträumlich bedeutsamen Stellen oder in Bezug auf besondere Bauwerke sowie für besondere gesellschaftlich relevante Themenstellungen zu verstehen.“ Der Leitfaden „Kunst am Bau“ des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW 2005) besagt in Absatz 2.3: „Kunst am Bau bezieht sich auf das Gebäude oder/und das Baugrund- stück.“ Er führt weiter aus: „Kunst am Bau ist eine besondere künstlerische Aufgabe mit unmittelbarem öffentlichen Bezug. Künstlerische Idee und Bauaufgabe sollen sich ergänzen. Der Orts- und Objektbezug der Kunst am Bau trägt dazu bei, Akzeptanz und Identifi- kation der Nutzer mit ihrem Bauwerk sowie in der Öffentlichkeit zu stärken, Aufmerksamkeit herzustellen und Standorten ein zusätzliches Profil zu geben.“ Einerseits also Kunst als dialogisches Prinzip im Zusammenklang mit ihrem Umfeld, an der Nahtstelle zwischen Architektur und Natur, andererseits wird hier ganz selbstverständlich auch eine Indienstnahme und Verwertung künstlerischer Äußerungen vorgenommen.

05.05.2008

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